|
WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie CIAM bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt. |
|
Der Bogen
der Umkehr,
des Lebens und des Friedens
I. Fastensonntag Lesejahr B – 05.03.2006
Überlegungen Die Feier der Fastenzeit, ein „sakramentales Zeichen unserer Umkehr“ (Tagesgebet), unterstreicht mit Nachdruck die Grundthemen unserer Erlösung und gleichzeitig der Mission: den Primat Gottes und seinen Liebesplan für den Menschen; die uns durch den Opfertod Christi geschenkte Erlösung; den ständigen Kampf zwischen Sünde und Gnade; die gegenseitige Brüderlichkeit und den Respekt, die es im Umgang mit unseren Mitmenschen und der Schöpfung zu bewahren gilt .... Das sind Themen und typische Werte der Fastenzeit, verstanden als theologische Orte der Umkehr und Erlösung. „In der Wüste erfährt der Mensch wie viel er wert ist: er ist so viel wert wie seine Götter“ (A. de Saint-Exupéry), das heißt, seine Ideale, seine inneren Ressourcen.
Die Versuchungen (Evangelium) waren für Jesus weder ein Spiel noch eine Fiktion, es waren echte Versuchungen, so wie sie jeder Christ und die Kirche selbst erleiden. „Hätte Christus die Versuchungen nicht als wahre Versuchungen erlebt, hätten sie für ihn, als Mensch und Messias, nichts bedeutet, könnte seine Reaktion auf sie für uns kein Beispiel sein, da sie mit uns nichts zu tun hätten“ (C. Duquoc). Da er aber versucht wurde, kann er jetzt jenem, der erprobt wird, zu Hilfe kommen“.
Jesus hat sich tatsächlich mit Satan (Vers 13) über die mögliche Wahl seiner Vorgangsweise und seines Weges, seine Mission als Messias zu verwirklichen, auseinandersetzen müssen. Jede der drei Versuchungen – die in den Evangelien von Matthäus und Lukas angeführt werden – verkörpert ein Messiasmodell und zugleich auch ein Missionsmodell. Die Versuchungen waren „drei Möglichkeiten, dem Kreuz auszuweichen“ (Fulton Sheen). Es war die Versuchung: 1. „ein sozialer Reformator“ zu werden (Steine für sich und die anderen in Brot zu verwandeln, hätte sicheren Erfolg gebracht); 2. „ein wundertätiger Messias“ zu werden (ein spektakuläres Zeichen hätte Aufsehen und Berühmtheit hervorgerufen); 3. „ein mächtiger Messias“ zu werden (die auf Beherrschung der Welt beruhende Macht hätte den eigenen Stolz und den der Gruppe befriedigt). Jesus überwindet die Versuchungen: er respektiert den Primat Gottes, vertraut sich dem Vater und seinem Erlösungsplan an. Er nimmt das Kreuz aus Liebe auf sich und verzeiht im Angesicht des Todes seinen Henkern. Nur auf diese Weise durchbricht er die Spirale der Gewalt und entzieht dem Tod das Gift.
Jesus begegnet den Versuchungen in der Kraft des Geistes (Vers 12), der ihn schon vom Mutterschoss an und seit der eben erhaltenen Taufe im Jordan (Mk 1,10) erfüllt. Es ist der Geist von Ostern und Pfingsten. Manchmal hat man zuviel auf Macht, Geld, Einfluss, Superiorität, Aktivismus vertraut .... als ob es apostolische Mittel wären. Der Missionar kann von solchen Illusionen versucht werden; deshalb braucht er den Geist Jesu, der der Haupthandelnde der Evangelisierung (EN 75) und der Protagonist der Mission ist (RMi 21).
Der Geist hilft uns zu verstehen, dass die Fastenzeit eine Zeit der Gnade ist (Kairos): eine Zeit, die wesentlichen Dinge zu bedenken; eine Zeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, die wirklich zählen; ein Geschenk, das im Stillen zu genießen ist, fern von Lärm, Hast, Geld, den wertlosen Dingen .... Die programmatische Einladung Jesu – „bekehrt euch“, kehrt um – ist kein lästiges Gebot, sondern vielmehr eine neue und endgültige Gelegenheit, ein Aufzeigen des Weges, der zum Lebern, zum Frieden führt: „glaubt an das Evangelium“, glaubt an Jesus Christus (Vers 15). Er ist die Frohe Botschaft, die es im Leben zu verwirklichen und anderen zu überbringen gilt. (*)
Umkehr und Taufe sind die zwei großen Themen der Missionskatechesen der Fastenzeit, die in der Feier der Osternacht für die Taufbewerber und auch für die schon getauften Christen ihren Höhepunkt erreichen. Bereits am 1. Fastensonntag begegnen uns in den Lesungen und den liturgischen Texten diese zwei Themen. Der hl. Petrus (2. Lesung) bringt die Umkehr in Verbindung mit der Erfahrung des Noach, „dem die Taufe entspricht“, die euch jetzt erlöst (Vers 21) in Jesus Christus, der gestorben (Vers 18) und auferstanden (Vers 21) ist, „der Gerechte für die Ungerechten“.
Mit Noach - der weder Israelit, noch Christ, noch Muslime war, sondern „ein gerechter und untadeliger Mann, der seinen Weg mit Gott ging“ (Gen 6,9) – schloss Gott noch vor Abraham seinen ersten Bund mit der Menschheit (1. Lesung): einen alle Völker umfassenden Bund, noch vor anderen spezifischen Offenbarungen. Es war kein Bund auf ethnischer oder religiöser, sondern auf nur menschlicher Basis. Dieser Bund wurde nie rückgängig gemacht, er ist auch heute noch und für immer gültig. Er ist die Grundlage für den Dialog mit allen Religionen und Kulturen. Der Bund ist für die Personen da – „für euch und für eure Nachkommen“ (Vers 9) – ja „für alle Menschen“ (Vers 10). Gott ist der erste Ökologe: er ist eifersüchtig auf jedes seiner Geschöpfe. Das Zeichen dieses Bundes, das Gott selbst gewählt hat, ist der Regenbogen, der zum Symbol seines universalen Heilswillens wird, der die Menschheit nie verlässt und den keine noch so große Bosheit veranlassen wird, seine Geschöpfe zu vernichten. Der Todesbogen ist dank göttlicher Initiative zum Segens- und Friedensbogen geworden.
Geschichtlich gesehen wurde dieser Bund mit Noach in biblischen Zeit geschlossen (Jahrtausende vor Christus), wahrscheinlich irgendwo im Nahen Osten (im Irak oder in einem benachbarten Land), wo die Flüsse Euphrat und Tigris häufig Überschwemmungen verursachten. Der am dortigen Himmel erschienene Regenbogen wurde als Symbol des Friedens und der Fruchtbarkeit betrachtet Jenen Himmel durchkreuzen heute todbringende Waffen ... ausgeklügelte Kriegsbögen behalten die Oberhand und verbreiten Schrecken und Zerstörung. Nur ein Mentalitätswechel, nur die Bekehrung zum Gott der Bibel kann die Menschheit retten. Allen Menschen muss diese Botschaft mit Nachdruck verkünden werden.
Wort des Papstes * „Für die Jünger Christi ist der Frieden ein immerwährender Auftrag, der alle angeht; diese vordringliche Mission drängt sie, ‚das Evangelium des Friedens’ zu verkünden und lautstark ausrufen, dass die Anerkennung der vollen Wahrheit Gottes die notwendige Voraussetzung für die Sicherung des Friedens ist“. Johannes Paul II.Predigt am Welttag des Friedens, 1. Januar 2006 Auf den Spuren der Missionare - 07/03.: Hl. Perpetua und Felizitas, Märtyrerinnen von Karthago (+203), unter Kaiser Septimus Severus. - 08/03.: Hl. Johannes von Gott (1495-1550), Portugiese, Gründer der Barmherzigen Brüder, Patron der Krankenhäuser und Krankenpfleger. - 08/03.: Welttag der Frau. - 09/03.: Die 40 Soldatenmärtyrer von Sebaste (Armenien, +320). - 09/03.: Hl. Domenico Savio, +1857 mit 14 Jahren; sein Erzieher war Don Bosco. - 10/03.: Sel. Elia del Socorro Nieves del Castillo, mexikanischer Augustiner, gestorben 1928 als Märtyrer in Cortázar/Mexiko.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Verantwortlich: P. Romeo Ballan, mccj – emeritierter Direktor des CIAM, Rom Sito Web: www.ciam.orq “Wort zur Mission – Parola per la Missione” +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
|