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WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie CIAM bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt. |
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Das Urteil
über die
Welt heißt ‚Liebe-Barmherzigkeit’
![]() IV. Fastensonntag Lesejahr B – 26.03.2006
Überlegungen Tod und Leben, Gericht und Erlösung, Verurteilung und Glauben, Dunkelheit und Licht, Bosheit und Tugend... das sind Ausdrücke, die für den Dualismus des Johannes charakter-istisch sind und im Text des heutigen Evangeliums vorkommen. Die Menschheitsgeschichte aller Zeiten besteht aus diesen Gegensätzen, Spannungen und Teilsiegen: einmal des Bösen, dann des Guten, je nach den Kräften und Ereignissen, die sich überschlagen und aufeinander stoßen. Wer ist der Stärkere, wer wird am Ende das Sagen haben, welches wird das endgültige Wort sein, all das bereitet dem menschlichen Herzen Sorge und Angst. Optimismus und Depression, Hoffnung und Verzweiflung hängen mit der Antwort auf dieses Dilemma zusammen.
Johannes selbst – im Gespräch mit Nikodemus – gibt uns eine Hoffnung einflößende Antwort: über das Übel in der Welt behält die Liebe Gottes die Oberhand. Das Urteil Gottes über die Welt ist das Geschenk der Erlösung; das endgültige Wort Gottes ist nicht der Tod, sondern das Leben. „Gott hat so sehr die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Vers 3,16). Die Verurteilung ist die persönliche Wahl einiger: es ist der Anteil jener, die die Finsternis lieben und das Licht hassen (Verse 19-20). Der Plan Gottes ist ganz auf die Liebe ausgerichtet. „Über der Sünde und dem Bösen der Welt leuchtet immer das Licht der göttlichen Liebe“ (F. Mauriac).
Die Betrachtung der Geschichte des israelitischen Volkes im Licht der Anthropologie, wie es das Buch Chronik (1. Lesung) tut, geschieht unter dem Gesichtspunkt von Sünde-Strafe-Erlösung. Die Sünde hatte alle erfasst: die führenden Männer, die Priester und das Volk... alle „begingen viel Untreue“ (Vers 14), aber Gott „liebte sein Volk“ trotzdem und sandte seine Botschafter zu ihm (Vers 15). Nach der Erfahrung von Niederlagen, Verbannung und Sklaverei öffnet sich dem Volk endlich der Weg zurück in die Heimat. Die vom Perserkönig Cyrus verkündete Befreiung wird als das Eingreifen Gottes angesehen, der sein Heilsver-sprechen einlöst (Vers 22).
Für Paulus (2. Lesung) steht am Anfang des göttlichen Planes für die Welt ein „Gott, reich an Erbarmen“, der mit großer Liebe (Vers 4) liebt, der allen Menschen den überfließenden Reichtum seiner Gnade schenkt, und „in Jesus Christus gütig an uns handelt“ (Vers 7). In ihm haben wir die Erlösung durch den Glauben; das ist... „Gottes Geschenk“ (Vers 8). Dieses Geschenk ist nicht einigen wenigen vorbehalten, Gott bietet es allen an, wenn auch auf verschiedenen Wegen und zu verschiedenen Zeiten. Das Zeichen dieses universalen Heils ist der von der Erde erhöhte Menschensohn – für alle! – in der Wüste diese Welt. Er ist das Urteil der göttlichen Liebe über die Welt: ein Urteil des Erbarmens! (*).
Es genügt – aber es ist notwendig, um nicht die Augen vor dem Licht zu schließen – zu ihm aufzuschauen: er ist der Sohn, der erste von vielen Söhnen, Brüdern und Schwestern, erhöht, „damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat“ (Joh 3,15). Das Heil wird jedem, der glaubt, der zu ihm aufschaut, angeboten; jenen, die „auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Joh 19,37). Der liebende Blick auf ihn verwandelt sich in eine Quelle des Heils und der Mission. Das erwartete der heilige Daniel Comboni von den zukünftigen Missionaren seines Instituts für Afrika: „Der ständige Gedanke an das große Ziel ihrer apostolischen Berufung muss in den Studenten des Instituts den Opfergeist wecken. Sie werden in diese überaus wichtige Haltung hineinwachsen, wenn sie immer die Augen auf Jesus Christus gerichtet halten, ihn aufrichtig lieben und immer besser zu verstehen versuchen, was es heißt, dass ein Gott am Kreuze für das Heil der Menschen gestorben ist. Wenn sie mit lebendigem Glauben das Geheimnis solcher Liebe betrachten und verkosten, werden sie mit Freude alles hingeben und mit ihm und für ihn sterben“ (Scritti 2720-2722). Die Betrachtung Jesu, erhöht am Kreuze und in der Eucharistie, ist eine Einladung und spornt an zu einem Leben in Heiligkeit und zum Missionseinsatz, um sein Heil allen Völkern zu verkünden.
Wort des Papstes (*) „An den gekreuzigten Sohn glauben, heißt, „den Vater sehen“; heißt, an die Liebe in der Welt glauben, dass diese Liebe mächtiger als jedes Übel ist, in das der Mensch, die Menschheit und die Welt verstrickt sind An diese Liebe glauben, heißt, an die Barmherzigkeit glauben. Diese ist nämlich das unerlässliche Maß der Liebe, sie ist gleichsam ihr zweiter Name“. Johannes Paul II.Enzyklika Dives in Misericordia (1980), Nr. 7
Auf den Spuren der Missionare - 27/03.: Hl. Rupert (+718), Bischof von Salzburg, Verkünder des Evangeliums in Österreich und Bayern. - 30/03.: Sel. Ludovico da Casoria (Neapel, 1814-1885), Franziskaner, setzte sich ein für den Loskauf und die Erziehung von afrikanischen Sklaven. - 30/03.: Hl. Leonardo Murialdo (Turin, 1828-1900), Gründer der Gesellschaft des hl. Josef für die Erziehung der Jugend und für die Missionsarbeit. - 01/04.: Sel. Ludovico Pavoni (Brescia, 1784-1848), Einsatz für die berufliche Ausbildung der Jugend, Förderer der katholischen Presse, Gründer der Söhne des Unbefleckten Herzens (Pavoniani).
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Verantwortlich: P. Romeo Ballan, mccj – emeritierter Direktor des CIAM, Rom Sito Web: www.ciam.orq “Wort zur Mission – Parola per la Missione” +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
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