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Missionsweihnacht: Frohe
Botschaft für
alle Völker
Weihnachten:
25.12.2009
Jesaja 9,1-3,5-6;
52,7-10
Psalmen
95, 96,
97
Titus 2,11-14; 3,4-7 – Hebräer 1, 1-6
Lukas
2,1-14; 2,15-20 – Johannes 1,1-18
Überlegungen –
Notizen
Weihnachten,
ein uns allen vertrautes
Thema, kann von verschiedenen Gesichtspunkten und Erfahrungen her
betrachtet
werden. Wir werden es nie
ausschöpfen, im Gegenteil, es bietet einem jeden –
in jeder Lebens- und Geschichtssituation -
unvorstellbare Reichtümer und immer neue Schätze an, die es
zu entdecken gilt.
In den folgenden biblisch-missionarischen Erläuterungen will ich
diesmal einige
lose Überlegungen anstellen, die ich kulturellen und verschiedenen
geographischen Umfeldern entnommen habe. Sie können uns helfen,
das Geheimnis von
der Mission her zu betrachten und Wege zu finden, mit anderen – nahen
oder
fernen – die Freude über die Menschwerdung des Gottessohnes zu
teilen. Mit
dieser Horizonterweiterung wird unsere missionarische Betrachtung des
Weihnachtsgeheimnisses dem geschichtlichen Ereignis von Bethlehem
näher kommen.
Gott in menschlicher Gestalt: Für alle
Weihnachten ist
Menschwerdung, das ist, Gott in menschlichem Fleisch. „Caro
salutis est cardo„ (das Fleisch ist Angelpunkt - Grundlage des
Heiles“),
sagten die ersten Kirchenväter. Wir stehen vor einem
geschichtlichen Ereignis: Das
Heil kommt durch das Fleisch Christi, seine Geburt, sein Leiden
und Tod,
seine Auferstehung und Himmelfahrt, die Eucharistie … Es ist das
Fleisch Gottes,
das Fleisch Mariens. Es handelt sich nicht um ein Scheinfleisch, wie
die ersten
Häretiker behaupteten, sonder um wirkliches Fleisch, einen
wesentlichen
Bestandteil des Menschen. Das Heil kommt zu uns, geschichtlich gesehen,
durch
das Fleisch des Erlösers, aber gleichzeitig und notwendigerweise
durch unser
Fleisch: erlöstes und zu erlösendes Fleisch. Man muss von
unserem Fleisch in
all seinen Situationen und Etappen in wirklicher
und krasser Sprache reden:
- es ist das kräftige Fleisch der
Jugend und Erwachsenen (Arbeit, Tätigkeit,
Reisen …); - es ist das gut aussehende Fleisch
(Schönheit,
Mode, Luxus, Eitelkeit …); - es ist das gebrechliche
Fleisch (schwach,
krank, leidend, sterbend, tot …); - es ist das für
die Auferstehung bestimmte
Fleisch, wie wir im Credo beten. Ohne
Unterscheidung von Farben: das
Heil Gottes ist für alle das gleiche. Die Liturgie singt in dieser
Zeit: „Jedes
Fleisch (jeder Mensch) wird das Heil
Gottes schauen“. Das
ist die Frohe Botschaft, die große Freude, die die Engel von
Bethlehem dem
ganzen Volk und allen Völkern verkündeten (Lk 2,10).
Von Bethlehem zum Kalvarienberg
Während der
Hitlerzeit schrieb Edith Stein das Buch „das Geheimnis der
Weihnacht“. Darin schreibt sie: „Die Geheimnisse
des Christentums sind allesamt unsichtbar. Wer sich in ein Geheimnis
vertieft, berührt
auch die anderen. Der Weg, der in Bethlehem
beginnt, führt unwiderstehlich zum
Kalvarienberg, er führt von der Krippe zum Kreuz.“ Man
braucht nur an
die Worte Simeons im Tempel denken, an die Flucht nach Ägypten, an
den Mord an
den unschuldigen Kindern … Schwester Theresia Benedicta vom Kreuz
(Edith Stein)
beendete ihren Opfertod 1942 in Auschwitz. Solche Ereignisse
wiederholen sich,
heute wie gestern: im Irak, in Orissa (Indien), in Indonesien, in
Nigeria, im
Sudan, im Kongo, in China, in anderen Teilen der Welt. Das Martyrium
von
Christen und von anderen unschuldigen Menschen geht weiter. Das
Kind in der Krippe ist aber der Auferstandene. Edith Stein,
eine Märtyrerin
unserer Zeit, schließt ihr Buch mit den Worten: „Jeder von uns,
die gesamte
Menschheit wird gemeinsam mit dem Menschensohn durch Leiden und Tod in
die
gleiche Herrlichkeit eingehen.
Die Botschaft von Bethlehem
„Ich
möchte, dass die Botschaft von dieser nackten Grotte aus die ganze
Menschheit erreicht: in den kleinsten Dinge unseres Tagesablaufs, in
den ganz
versteckten oder unbedeutenden Wohnungen, in jenen, die uns Leid
zufügen, ist
das Geheimnis Gottes gegenwärtig, der sich uns in Liebe zuwendet.
Wie
jedes Jahr kehre ich vom Mitternachtsgottesdienst in der Grotte mit
etwas anderen Augen zurück. Auch der Anblick der Stadt
Bethlehem, in ihrer
Trostlosigkeit und Verlassenheit wegen der ausbleibenden Pilger,
lässt uns hoffen,
dass eines Tages all das der Freude, dem Wohlbefinden und dem
Frieden
Platz machen wird.“
(Brief
aus Bethlehem, 2004, von Kardinal
Carlo M. Martini, ehemaliger Erzbischof von Mailand).
Die Augen des Malers
Giotto, ein
Maler aus Florenz, Schöpfer der modernen Malerei, hat auf einem
Fresko die Geburt Jesu in Bethlehem gemalt, die sich in der Kapelle
Scrovegni
von Padua befindet. Das Fresko hält den ersten
Blickes fest: Maria und das Kind
schauen sich in die Augen. Sie schauen sich zum ersten Male an.
Überraschung, Staunen, Dankbarkeit, Freude …! Maria erblickt im
Gesicht des Kindes
ihr eigenes Gesicht, denn Jesus gehört nur ihr. Das Kind spiegelt
sich im
Gesicht seiner Mutter wider und dankt Gott, seinem Vater. In diesen
Augen, die
sich gegenseitig anschauen, entdeckt man den neuen Blick Gottes auf den
Menschen und den neuen Blick des Menschen auf
Gott und auf seine Brüder. Es ist
der Blick der Barmherzigkeit, der Aufnahme, des Vertrauens. Von jenem
Augenblick
an beeinflusst dieser Blick in wohltuender Weise die Beziehungen zu
Gott, der
Menschen untereinander und zur Schöpfung, und weisen auf einen neuen
Stil hin, der auf Achtung, Barmherzigkeit, Brüderlichkeit
ruht …
Aussagen zur Weihnacht
- „Beim Herrn
ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in
Fälle“
(Psalm 130, 7, De profundis,
Weihnachtsvesper).
- Wenn Gott in
die Geschichte eingetreten ist, dann ist die
Geschichte nicht nur
mehr Geschichte: sie ist Heilsgeschichte.
- Gott weigert
sich nicht, in Raum und Zeit geboren zu werden,
aber er zieht es
vor, im Herzen der Menschen, der Gemeinschaft
geboren zu werden.
- Gottes Antwort
angesichts der Gewalttaten in der Geschichte ist
die
Güte, ist die Liebe.
Frohe Weihnacht!
„Auch wir
bemühen uns herunterzusteigen …
Nicht um Ordnung
in die Welt zu bringen,
nicht um sie
menschengerecht zu erneuern, sondern um sie zu lieben;
um auch das zu
lieben, was wir nicht billigen können,
auch was nicht
liebenswert ist,
denn hinter
jedem Gesicht und in jedem Herzen
befindet sich,
zusammen mit einem großen Liebesdurst,
das Gesicht und
das Herz der Liebe“. (Don
Primo Mazzolari).
- Wir leben mit Freude Weihnachten und verkünden sie allen.
Wie die Hirten, die Missionare der ersten Weihnacht!
- „Wie
willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten,
Der
Frieden
ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung
verheißt“ (Jes 52,7).
FROHE MISSIONSWEIHNACHTEN!
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Verantwortlich: P.
Romeo Ballan – Missionari Comboniani
(Verona)
Website: www.euntes.net “Parola per la Missione”
Deutsch:
P. Alois Eder, MCCJ
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