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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Gerufen zu Umkehr, Mission und Einheit
Dritter Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr A – Sonntag, 23.1.2011


Jesája 8,3b-9,3
Psalm 26
1 Korinther 1,10-13.17
Matthäus 4,12-23
 
Besinnung

Von den ersten öffentlichen Auftritten (Evangelium) an stellt Jesus sich als Wandermissionar dar: er lehrt, predigt die Frohe Botschaft vom Reich, heilt Kranke, beruft Jünger… (V. 23). Er beginnt seine Mission nicht an wichtigen und religiösen Orten wie Jerusalem, sondern in Randgebieten, unter den Fernstehenden, den Andersgläubigen, den weniger Religiösen, den Halbheiden, den Unreinen im Kontakt mit den Heiden. Als solche waren die Bewohner von Galiläa angesehen (V. 15). Jesus verlässt Nazareth und läßt sich in Kapharnaum nieder, einer Grenzstadt, mit einer Zollstation für Durchgangswaren entlang des „Weges am Meer“ (V. 13.15), die Kaiserstraße, die Ägypten, Palästina, Syrien und Mesopotamien verband. Seit dem Altertum also war Galiläa ein Kreuzpunkt der Völker, dem Durchzug von Truppen und der Kontrolle des Handels unterworfen, mit den sich daraus ergebenden moralischen Verunreinigungen und Rückfällen. So versteht man den Aufruf, den der Prophet Jesaia an die Bewohner der Region ergehen lässt (1. Lesung): von der demütigenden Erfahrung der Sklaverei (V. 3) und dem Joch der Unterdrückung (V. 3) zum Leben in Freiheit, in großem Licht (V.1) und in Freude (V. 2) übergehen. Matthäus (Evangelium) sieht, dass die Verheißung des Jesaia mit der Gegenwart Jesu (V. 14-17) sich erfüllt: seine Sendung ist ein Anfang voll von Hoffnung (V. 23), allerdings auf der Grundlage eines fordernden Programms der Bekehrung zu Gott und des Einsatzes für sein Reich (V. 17).

 
Mit dieser einführenden Wahl zeigt Jesus, dass die ersten Adressaten seines Evangeliums und des Reiches nicht die Gerechten sind, die Praktizierenden oder die sich dafür halten, sondern die Fernstehenden, die Ausgeschlossenen… Das ist der demütige Anfang einer Mission, die weltweite Horizonte haben wird, und die von den Jüngern und ihren Nachfolgern voran getragen werden wird, dazu berufen, Jesus zu folgen und in allen Teilen der Welt „Menschenfischer“ (V. 19) zu sein. Die missionarische Berufung bedeutet immer einen Auszug, einen Abschied, oft auch im geographischen Sinn, jemanden oder etwas aufgeben; sie bedeutet immer ein Abstandnehmen, ein Ausziehen aus dem eigenen Egoismus. Hier verläßt Jesus Nazareth (V. 13) und die Sphäre der Vertraulichkeit mit seiner Mutter, Er, der gewählt hat, der Emmanuel in menschlichem Fleisch zu sein. Wie früher Abraham aufgefordert worden war, aus seiner Heimat und seiner Verwandtschaft auszuziehen, so verlassen jetzt zwei Gruppen von Brüdern, aufgefordert von Jesus, ihm zu folgen, ihre Netze, das Boot und den Vater (V. 20.22). In jedem Fall ist die Berufung nie ein Aufbruch zu einer Leere; es ist ein Aufgeben von etwas, um Jemandem zu folgen, ein Aufbruch zur Begegnung mit einem Andern. An erster Stelle steht immer das sich Anschließen an die Person Jesu.

 
Diese Berufung und Mission senkt ihre Wurzeln in eine Bekehrung („Bekehrt euch…“, V. 17), einen Wandel der Gesinnung, eine Neuorientierung auf Gott hin und auf sein Reich, dessen Fülle Jesus Christus ist. Die Bekehrung auf Christus hin bedeutet Nachfolge und Sendung, das tief verwurzelt Sein in Ihm und das wohl eingefügt Sein in die Welt: „ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (V.19). So ist es Paulus ergangen (zweite Lesung), dessen Bekehrung wir in diesen Tagen (25. Januar) feiern. Eine totale Bekehrung, die treu bleibt bis zum Martyrium! Auf dem Weg nach Damaskus wurde nicht nur ein Christ geboren, sondern auch der größte Missionar unter den Heiden, der verliebte Prediger des gekreuzigten und auferstandenen Christus (V.10) (*). Die paulinische Botschaft hat ihre Aktualität im Zusammenhang der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die berufen sind, in Einheit zu leben, Spaltungen und Uneinigkeiten zu meiden, in vollkommener Einigkeit zu verharren (V. 10-11), weil Christus nicht geteilt ist (v. 13). Sich der Weite und Dringlichkeit der Probleme der Welt bewusst werden hilft, aus den örtlichen Egoismen, Spaltungen und Spannungen auszubrechen. Mit einem Gespür der Aktualität hat die Hl. Theresia von Avila gesagt: „Die Welt steht in Flammen, es ist keine Zeit, um sich mit Gott über zweitrangige Dinge zu unterhalten… Wenn ich die großen Nöte der Kirche sehe, fühle ich mich von ihnen so sehr betrübt, dass mir die Sorge um andere Dinge wie ein Hohn erscheint“.

 
Die Berufung und der Missionsauftrag Jesu (Evangelium) sind in Bezug zu Methode und Inhalt, allumfassend. Sie gliedern sich in vier Momente:

1. Ein Blick auf die Weltlage: entfernte, periphere und religiös schwache Völker (V. 13-16);

2. Einladung zur Bekehrung des Herzens hin zu Gott und sein Reich (V. 17);

3. Begegnung mit und Nachfolge Christi: „folgt mir nach…“ (V. 19.21);

4. Mission in der Welt: „Menschenfischer… (V. 19).

 

 Wort des Papstes

(*) Der Evangelisierungsauftrag der Kirche ist die Antwort auf den Ruf: »Komm, Herr Jesus«, der die ganze Heilsgeschichte durchzieht und der weiterhin auf den Lippen der Gläubigen abzulesen ist… Die gläubige Annahme der Frohbotschaft von sich aus drängt dazu, das als Geschenk empfangene Heil den anderen mitzuteilen… Nichts ist schöner, dringlicher und wichtiger, als unentgeltlich den Menschen das weiterzuschenken, was wir unentgeltlich von Gott empfangen haben! Nichts darf uns von dieser beschwerlichen und faszinierenden Aufgabe befreien oder entpflichten… Jeder einzelne Christ und jede Gemeinschaft möge die Freude spüren, mit den anderen die Frohe Botschaft zu teilen, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit die Welt durch ihn gerettet werde. (Jo 3,16-17)”.

Benedikt XVI.

Angelus, 23. Dezember 2007

Auf den Spuren der Missionare

- 23/1: Hl. Hildefons, Bischof von Toledo (607-667), religiöser Schriftsteller; mit seinem Anstoß zur Liturgie und zur Marienverehrung gab er der Kirche in Spanien Festigkeit.

- 23/1: Sel. Marianne Cope (1838-1918), deutsche Franziskanerin, wanderte in die USA aus und arbeitete Jahrzehnte lang  als Missionarin unter den Aussätzigen auf den Inseln Hawaii und Molokai. 

- 24/1: Hl. Franz von Sales (1567-1622), Bischof von Genf, Kirchenlehrer, Seelenführer, Schriftsteller, Glaubensverkünder und Gründer, Patron der Journalisten.

- 25/1: Bekehrung des hl. Paulus, Apostel der Heiden. Auf dem Weg nach Damaskus wurde nicht nur ein Christ geboren, sondern der größte Missionar der Geschichte.

- 26/1: Heilige Timotheus und Titus, Mitarbeiter des hl. Paulus, Bischöfe in Ephesus und Kreta.

- 27/1:  Hl. Angela Merici (1474-1540), Gründerin der Gesellschaft der Ursulinen, Bahnbrecherin unter den Frauen des gottgeweihten Lebens in der Welt, außerhalb der klösterlichen Traditionen.

- 28/1:  Hl. Thomas v. Aquin, Kirchenlehrer. Seine Summa contra Gentiles ist eines der ersten Handbücher für die Mission unter den Nichtchristen, besonders den Moslems.

- 29/1:  Hl. Josef Freinademetz (1852-1908), einer der ersten Steyler Missionare in China.

 
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Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website: www.euntes.net  “Parola per la Missione”
Deutsch: P. Wilhelm K.Müller SVD, Rom
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