Apostelgeschichte 5,27-32.40-41
Psalm 29
Offenbarung 5,11-14
Johannes 21,1-19
Besinnung
Man
atmet frische Luft, Luft von Universalität,
Luft von Sendung in die Welt. Die dritte Begegnung des auferstandenen
Jesus mit
der Gruppe seiner Jünger
(Evangelium)
ereignet sich nicht mehr im
Abendmahlssaal von Jerusalem, hinter verschlossenen Türen, sondern
im Freien, an
den Ufern des Sees von Galiläa, an einem
Frühlingsmorgen. Die Tatsache
jenes wunderbaren nachösterlichen Fischfangs und die Sendung, die
Jesus dem
Petrus anvertraut, werden in einer Sprachweise, die der mystischen
Erfahrung eigen ist, erzählt, mit einem reichen Symbolgehalt und mit
Andeutungen einer tiefen Affektivität. In dieser
Weise ist es
möglich, die Botschaft in ihrer Globalität zu erfassen: die alltägliche
Rückkehr
zum Fischfang, die Zahl von sieben Fischern, das Meer,
die
fruchtlose Nacht, die Morgenröte, der Herr am Ufer,
der überreiche
Fischfang, das Feuer zum
Frühstück, das Mahl; und dann die Sendung,
die dem Petrus übertragen wird mit einer überraschenden
Prüfung über die Liebe,
das dreifache Anvertrauen der Herde, das Engagement einer Nachfolge
für das ganze Leben bis zum Tod…
Der
mystische Symbolismus bereichert das Ereignis
und bietet ihm eine vollere und allumfassende Bedeutsamkeit.
Zum
Beispiel, wenn das Meer Symbol der feindlichen Mächte des
Menschen ist,
will fischen und Menschenfischer werden bedeuten, aus
der
Situation des Todes erretten, und der Fischfang wird Symbol der
apostolischen Sendung. Das Ergebnis dieser, wenn auch riskanten,
Sendung sieht
man in den „153 großen Fischen“ (V. 11). Unter den vielen
Interpretationen
dieser Zahl unterstreiche ich zwei: vor allem die nachprüfbare
Genauigkeit
eines Augenzeugen, aber auch den Symbolismus von „50 x 3 + 3“,
in
dem 50 Symbol der Totalität des Volkes ist und 3 die
Vollkommenheit andeutet.
Kein Fisch entflieht. Das Bankett, zu dem sie von Jesus
eingeladen
werden, ruft den Abschluss er Heilsgeschichte in Erinnerung.
Und in der dreifachen
missionarischen Beauftragung wird Petrus der Hirte der ganzen
Herde.
Die verschiedenen Erscheinungen des Auferstandenen
lassen sich in zwei Gruppen katalogisieren: Erscheinungen des
Wiedererkennens, in denen Jesus sich an erster Stelle als
‚lebendig’ zu
erkennen gibt, und die Sendungserscheinungen, in denen
Jesus
genaue Aufträge von unmittelbarer Anwendung (geht und sagt…) oder
von langer
Dauer (geht in die ganze Welt, macht aus allen Nationen Jünger…)
erteilt. In
dieser Weise zeichnet sich für die Jünger allmählich die
universale Bedeutung
des Ereignisses ‚Auferstehung’ ab: der Auferstandene (erste Lesung)
ist
„Herrscher und Retter“ aller Völker (V. 31), und diese Frohe
Botschaft muß
allen und überall mitgeteilt werden! Gott ist mehr zu
gehorchen als den
Menschen! (V. 29). Die Jünger fangen sofort damit an in ihrer
Qualität als Zeugen
der Tatsachen (V. 32), mit Mut und Freude, obwohl sie „für
die Liebe zum Namen Jesu gedemütigt werden“ (V. 41). (*)Alle Geschöpfe des Himmels und
der Erde sind gerufen, Ihm, dem geopferten Lamm (zweite Lesung)
für
immer Lob und Ehre zu erweisen (V. 12-13).
Die Erfahrung des Auferstandenen geht über die
anfänglichen Erscheinungen hinaus (Evangelium): sie
verlängert sich in
der Fähigkeit die wahre und wirksame Gegenwart des Herrn
auch in der
einfachen Alltäglichkeit des Lebens zu erkennen. „Jesus
gibt sich zu
erkennen in seinen Handlungen, eine außergewöhnlich – der
wunderbare Fischfang
--, die andern sehr einfach und vertraut. Er hat Brot und Fisch
vorbereitet und
lädt sich liebevoll ein zu essen. Er nimmt das Brot und gibt es
ihnen und
ebenso den Fisch, wie er es früher so oft getan hatte. Es scheint,
dass Jesus,
anstatt seine ganze Herrlichkeit zu offenbaren, die Jünger auf
seine geheimnisvolle
Gegenwart, die nach der Auferstehung universale Gegenwart ist, vorbereiten
wollte: jetzt ist Jesus überall gegenwärtig, in
göttlicher Weise, aber auch in
der gleichen Menschlichkeit… Die Christen sind gerufen, eine
göttliche Herrlichkeit
zu suchen, die nicht äußerlich ist; sie sind gerufen, Jesus
in seinen
Brüdern zu erkennen… Jesus zu erkennen, der in den
Ärmsten gegenwärtig
ist, in den demütigsten, in den am meisten Bedürftigen: da
müssen die Christen
seine Herrlichkeit erkennen, die geheimnisvolle Herrlichkeit ihres
Herrn und
die Macht seiner göttlichen Handlungsweise, die in demütigen
und einfachen
Mitteln Wundertaten vollbringt“ (Albert Vanhoye).
Der Glaube an den Auferstandenen verlangt von uns,
den
Alltag als Auferstandene zu leben und zwar in unseren
täglichen
konkreten Entscheidungen. Dieses Leben in Fülle hat eine zweifache
Richtung:
Gott danken und uns missionarisch für die anderen einsetzen, indem
wir überall
Leben verbreiten, Hoffnung, Barmherzigkeit, Versöhnung,
Freude … in den
verschiedenen Situationen, Orten und Ausdrucksweisen der menschlichen
Existenz.
Wort des Papstes
(*) «Diese Freude ist etwas
anderes als der Spaß oder die äußere Lustigkeit, die
sich die moderne
Gesellschaft wünscht. Spaß ist an seinem rechten Ort
durchaus etwas Gutes und
Erfreuliches. Lachen zu können, ist gut. Aber Spaß ist nicht
alles. Er ist nur
ein kleiner Teil unseres Lebens, und wo er das Ganze sein will, wird er
zur
Maske, hinter der sich die Verzweiflung verbirgt oder doch mindestens
der
Zweifel, ob das Leben wirklich gut ist, ob es nicht besser wäre,
nicht zu sein
als zu sein. Die Freude, die von Christus auf uns zukommt, ist anders.
Sie gibt
uns Fröhlichkeit, ja, aber sie kann sehr wohl auch mit dem Leid
zusammengehen.
Sie gibt uns die Fähigkeit zu leiden und im Leiden doch zuinnerst
froh zu
bleiben. Sie gibt uns die Fähigkeit, das Leiden anderer
mitzutragen und so im
Füreinandersein das Licht und die Güte Gottes spürbar zu
machen. Mir gibt immer
die Erzählung in der Apostelgeschichte zu denken,
daß die Apostel,
nachdem der Hohe Rat sie hatte auspeitschen lassen, „sich freuten,
daß sie
gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden“
(Apg 5, 41). Wer liebt, ist bereit,
für den Geliebten und um seiner Liebe willen zu leiden und
erfährt gerade so
eine tiefere Freude. Die Freude der Märtyrer war stärker als
die Qualen, die
ihnen angetan wurden. Diese Freude hat letztlich gesiegt und Christus
die Tore
der Geschichte geöffnet».
Benedikt
XVI.
Predigt, Chrisam-Messe am
Gründonnerstag, 1.4.2010.
Auf den Spuren der
Missionare
-
18/4: Gedenken an die Eröffnung der 1. afroasiatischen Konferenz
in Bandung
(Indonesien, 1955), für die Unabhängigkeit und Identität
der Länder der Dritten
Welt.
-
19/4: Sel. James Duckett (+1602), verheiratet, 9 Jahre Kerkerhaft, auf
Befehl
von Elisabeth I. in London hingerichtet wegen des Verkaufs von
katholischen
Büchern. Fast gleichzeitig wird vieler anderer englischer
Märtyrer gedacht, die
unter der gleichen Königin hingerichtet wurden.
-
19/4: Jahrtag der Wahl von Papst Benedikt XVI. (2005).
-
20/4: Hl. Marcellinus (+374), afrikanischer Bischof: zusammen mit den
Gefährten
Vincentius und Donninus verkündete er in Südfrankreich den
Glauben.
-
21/4: Hl. Anselmo d’Aosta (1033-1109), Kirchenlehrer,
Benediktinermönch und Abt
von Bec (Normandie); Bischof von Canterbury, kämpfte und litt
für die Freiheit
der Kirche in England.
-
21/4: 1957 veröffentlicht Pius XII die
Missionsenzyklika “Fidei Donum”, über
die Situation der katholischen Missionen, besonders in Afrika..
-
23/4: Hl. Georg (4. Jahrh., in Palestina),
volkstümlicher Heiliger wegen seines Kampfes gegen den Drachen;
Märtyrer, seit
dem Altertum von den Kirchen des Ostens und des Westens verehrt.
-
23/4: Hl. Adalbert (Vojtech), Bischof von
Prag und Märtyrer (956-997), Missionar in Polen und bei den andern
slawischen
Völkern.
-
23/4: Sel. Maria Gabriela Sagheddu (1914-1939), aus Sardinien,
Trappistennonne
in Grottaferrata (Rom). Sie
opferte ihr Leben für die Einheit der Christen auf.
-
24/4: Hl. Fidelis von Sigmaringen (1577-1622), schweizer
Kapuziner, erster Märtyrer der Kongregation für die
Verbreitung des Glaubens
(1622 gegründet) und seines Ordens.
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Verantwortlich:
P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website: www.euntes,net Wort zur Mission
Deutsch: P.
Alois Eder, MCCJ
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