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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Die Begegnung mit dem Auferstandenen
ist die Geburtsstunde der Mission

  III. Sonntag der Osterzeit
Lesejahr C – 18.04.2010




Apostelgeschichte  5,27-32.40-41
Psalm  29
Offenbarung  5,11-14
Johannes 21,1-19
 
Besinnung

Man atmet frische Luft, Luft von Universalität, Luft von Sendung in die Welt. Die dritte Begegnung des auferstandenen Jesus mit der Gruppe seiner Jünger (Evangelium) ereignet sich nicht mehr im Abendmahlssaal von Jerusalem, hinter verschlossenen Türen, sondern im Freien, an den Ufern des Sees von Galiläa, an einem Frühlingsmorgen. Die Tatsache jenes wunderbaren nachösterlichen Fischfangs und die Sendung, die Jesus dem Petrus anvertraut, werden in einer Sprachweise, die der mystischen Erfahrung eigen ist, erzählt, mit einem reichen Symbolgehalt und mit Andeutungen einer tiefen Affektivität. In dieser Weise ist es möglich, die Botschaft in ihrer Globalität zu erfassen: die alltägliche Rückkehr zum Fischfang, die Zahl von sieben Fischern, das Meer, die fruchtlose Nacht, die Morgenröte, der Herr am Ufer, der überreiche Fischfang, das Feuer zum Frühstück, das Mahl; und dann die Sendung, die dem Petrus übertragen wird mit einer überraschenden Prüfung über die Liebe, das dreifache Anvertrauen der Herde, das Engagement einer Nachfolge für das ganze Leben bis zum Tod…

 

Der mystische Symbolismus bereichert das Ereignis und bietet ihm eine vollere und allumfassende Bedeutsamkeit. Zum Beispiel, wenn das Meer Symbol der feindlichen Mächte des Menschen ist, will fischen und Menschenfischer werden bedeuten, aus der Situation des Todes erretten, und der Fischfang wird Symbol der apostolischen Sendung. Das Ergebnis dieser, wenn auch riskanten, Sendung sieht man in den „153 großen Fischen“ (V. 11). Unter den vielen Interpretationen dieser Zahl unterstreiche ich zwei: vor allem die nachprüfbare Genauigkeit eines Augenzeugen, aber auch den Symbolismus von „50 x 3 + 3“, in dem 50 Symbol der Totalität des Volkes ist und 3 die Vollkommenheit andeutet. Kein Fisch entflieht. Das Bankett, zu dem sie von Jesus eingeladen werden, ruft den Abschluss er Heilsgeschichte in Erinnerung. Und in der dreifachen missionarischen Beauftragung wird Petrus der Hirte der ganzen Herde.

 
Die verschiedenen Erscheinungen des Auferstandenen lassen sich in zwei Gruppen katalogisieren: Erscheinungen des Wiedererkennens, in denen Jesus sich an erster Stelle als ‚lebendig’ zu erkennen gibt, und die Sendungserscheinungen, in denen Jesus genaue Aufträge von unmittelbarer Anwendung (geht und sagt…) oder von langer Dauer (geht in die ganze Welt, macht aus allen Nationen Jünger…) erteilt. In dieser Weise zeichnet sich für die Jünger allmählich die universale Bedeutung des Ereignisses ‚Auferstehung’ ab: der Auferstandene (erste Lesung) ist „Herrscher und Retter“ aller Völker (V. 31), und diese Frohe Botschaft muß allen und überall  mitgeteilt werden! Gott ist mehr zu gehorchen als den Menschen! (V. 29). Die Jünger fangen sofort damit an in ihrer Qualität als Zeugen der Tatsachen (V. 32), mit Mut und Freude, obwohl sie „für die Liebe zum Namen Jesu gedemütigt werden“ (V. 41).
(*)Alle Geschöpfe des Himmels und der Erde sind gerufen, Ihm, dem geopferten Lamm (zweite Lesung) für immer Lob und Ehre zu erweisen (V. 12-13).

 
Die Erfahrung des Auferstandenen geht über die anfänglichen Erscheinungen hinaus (Evangelium): sie verlängert sich in der Fähigkeit die wahre und wirksame Gegenwart des Herrn auch in der einfachen Alltäglichkeit des Lebens zu erkennen. „Jesus gibt sich zu erkennen in seinen Handlungen, eine außergewöhnlich – der wunderbare Fischfang --, die andern sehr einfach und vertraut. Er hat Brot und Fisch vorbereitet und lädt sich liebevoll ein zu essen. Er nimmt das Brot und gibt es ihnen und ebenso den Fisch, wie er es früher so oft getan hatte. Es scheint, dass Jesus, anstatt seine ganze Herrlichkeit zu offenbaren, die Jünger auf seine geheimnisvolle Gegenwart, die nach der Auferstehung universale Gegenwart ist,  vorbereiten wollte: jetzt ist Jesus überall gegenwärtig, in göttlicher Weise, aber auch in der gleichen Menschlichkeit… Die Christen sind gerufen, eine göttliche Herrlichkeit zu suchen, die nicht äußerlich ist; sie sind gerufen, Jesus in seinen Brüdern zu erkennen… Jesus zu erkennen, der in den Ärmsten gegenwärtig ist, in den demütigsten, in den am meisten Bedürftigen: da müssen die Christen seine Herrlichkeit erkennen, die geheimnisvolle Herrlichkeit ihres Herrn und die Macht seiner göttlichen Handlungsweise, die in demütigen und einfachen Mitteln Wundertaten vollbringt“ (Albert Vanhoye).

 
Der Glaube an den Auferstandenen verlangt von uns, den Alltag als Auferstandene zu leben und zwar in unseren täglichen konkreten Entscheidungen. Dieses Leben in Fülle hat eine zweifache Richtung: Gott danken und uns missionarisch für die anderen einsetzen, indem wir überall Leben verbreiten, Hoffnung, Barmherzigkeit, Versöhnung, Freude … in den verschiedenen Situationen, Orten und Ausdrucksweisen der menschlichen Existenz.

 
Wort des Papstes

(*)  «Diese Freude ist etwas anderes als der Spaß oder die äußere Lustigkeit, die sich die moderne Gesellschaft wünscht. Spaß ist an seinem rechten Ort durchaus etwas Gutes und Erfreuliches. Lachen zu können, ist gut. Aber Spaß ist nicht alles. Er ist nur ein kleiner Teil unseres Lebens, und wo er das Ganze sein will, wird er zur Maske, hinter der sich die Verzweiflung verbirgt oder doch mindestens der Zweifel, ob das Leben wirklich gut ist, ob es nicht besser wäre, nicht zu sein als zu sein. Die Freude, die von Christus auf uns zukommt, ist anders. Sie gibt uns Fröhlichkeit, ja, aber sie kann sehr wohl auch mit dem Leid zusammengehen. Sie gibt uns die Fähigkeit zu leiden und im Leiden doch zuinnerst froh zu bleiben. Sie gibt uns die Fähigkeit, das Leiden anderer mitzutragen und so im Füreinandersein das Licht und die Güte Gottes spürbar zu machen. Mir gibt immer die Erzählung in der Apostelgeschichte zu denken, daß die Apostel, nachdem der Hohe Rat sie hatte auspeitschen lassen, „sich freuten, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden“ (Apg 5, 41). Wer liebt, ist bereit, für den Geliebten und um seiner Liebe willen zu leiden und erfährt gerade so eine tiefere Freude. Die Freude der Märtyrer war stärker als die Qualen, die ihnen angetan wurden. Diese Freude hat letztlich gesiegt und Christus die Tore der Geschichte geöffnet».

Benedikt XVI.

Predigt, Chrisam-Messe am Gründonnerstag, 1.4.2010.

 Auf den Spuren der Missionare

- 18/4: Gedenken an die Eröffnung der 1. afroasiatischen Konferenz in Bandung (Indonesien, 1955), für die Unabhängigkeit und Identität der Länder der Dritten Welt.

- 19/4: Sel. James Duckett (+1602), verheiratet, 9 Jahre Kerkerhaft, auf Befehl von Elisabeth I. in London hingerichtet wegen des Verkaufs von katholischen Büchern. Fast gleichzeitig wird vieler anderer englischer Märtyrer gedacht, die unter der gleichen Königin hingerichtet wurden. 

- 19/4: Jahrtag der Wahl von Papst Benedikt XVI. (2005).

- 20/4: Hl. Marcellinus (+374), afrikanischer Bischof: zusammen mit den Gefährten Vincentius und Donninus verkündete er in Südfrankreich den Glauben.

- 21/4: Hl. Anselmo d’Aosta (1033-1109), Kirchenlehrer, Benediktinermönch und Abt von Bec (Normandie); Bischof von Canterbury, kämpfte und litt für die Freiheit der Kirche in England.

- 21/4:  1957 veröffentlicht Pius XII die Missionsenzyklika “Fidei Donum”, über die Situation der katholischen Missionen, besonders in Afrika..

- 23/4:  Hl. Georg (4. Jahrh., in Palestina), volkstümlicher Heiliger wegen seines Kampfes gegen den Drachen; Märtyrer, seit dem Altertum von den Kirchen des Ostens und des Westens verehrt.

- 23/4:  Hl. Adalbert (Vojtech), Bischof von Prag und Märtyrer (956-997), Missionar in Polen und bei den andern slawischen Völkern.

- 23/4: Sel. Maria Gabriela Sagheddu (1914-1939), aus Sardinien, Trappistennonne in Grottaferrata (Rom). Sie opferte ihr Leben für die Einheit der Christen auf.

- 24/4: Hl. Fidelis von Sigmaringen (1577-1622), schweizer Kapuziner, erster Märtyrer der Kongregation für die Verbreitung des Glaubens (1622 gegründet) und seines Ordens.
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Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website:  www.euntes,net   Wort  zur  Mission
Deutsch: P. Alois Eder, MCCJ
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