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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Guter Hirt und Geopfertes Lamm: Missionsmodelle
 
IV. Sonntag der Osterzeit
Lesejahr C – 25.04.2010


Apostelgeschichte 13,14.43-52
Psalm 99
Offenbarung 7,9.14-17
Johannes 10,27-30
 
Besinnung

Wegen des Abschnitts aus dem Evangelium wird der vierte Ostersonntag überlieferungsmäßig als „Sonntag des Guten Hirten“ bezeichnet. Es handel sich immer um das 10. Kapitel von Johannes, in dem Jesus sich als den wahren Hirten des Volkes vorstellt. Für den Evangelisten Lukas ist Jesus der gute Hirte, der sich auf die Suche nach dem verirrten Schaf macht, es auf die Schulter lädt, mit seinen Freunden ein Fest veranstaltet… (Lk 15,4-7): er ist ein Hirte mit barmherzigem Herzen. Dieses Bild voller Zärtlichkeit vollendet sich in jenem von Johannes, der einen aufmerksamen und tatkräftigen Hirten vorstellt, in der Verteidigung der Schafe vor Räubern und wilden Tieren, entschlossen zu kämpfen bis zur Hingabe des Lebens für die Herde.

 Der ‚Gute Hirt’ ist das erste Bild, das die Christen seit dem 3. Jahrhundert in den Katakomben gebraucht haben, um Jesus Christus darzustellen, viele Jahrhunderte vor dem Gekreuzigten. Der Grund für dieses Alter liegt im biblischen Reichtum des Bildes des Hirten (vgl. Exodus, Ezechiel, Psalmen…), mit dem Jesus sich identifiziert hat und das Johannes (Kap. X) unter dem messianischen Vorzeichen wieder gelesen hat. Zahlreich sind in der Tat die Ausdrücke, die das Leben andeuten und die Beziehungen zwischen ihm und den Schafen: eingehen – hinausgehen, kennen, rufen—hören,  öffnen, führen, einhergehen—folgen, vernichten—raufen, la Leben geben…Bis hin zur völligen Identifizierung Jesu mit „dem guten Hirten, der sein Leben hingibt für seine Schafe(V. 11.14). Der griechische Text benutzt ein Synonym: der „schöne“ Hirt (V. 11.14), d.h., der gute, vollkommene, der in sich ästhetische und die ethische Vollkommenheit vereinigt. Er ist der Hirte schlechthin!

 
Jesus versichert uns hartnäckig, dass seine Initiative, die Schafe zu retten, Erfolghaben wird: „Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie der Hand meines Vaters entreißen“ (V. 28-29). Diese Sicherheit gründet sich nicht auf die Güte und Treue der Schafe, sondern auf die ungeschuldete Liebe Christi, der viel stärker ist als unser menschliches Elend. Er verzichtet auf kein einziges der Schafe, auch wenn diese sich verloren haben oder ihn nicht kennen: alle müssen durch die Tür eintreten, die Er selber ist (V. 7), denn Er ist der einzige Erlöser. Er opfert sein Leben für alle: er hat noch andere Schafe, die er anziehen will, bis schließlich nur eine einzige Hürde und ein einziger Hirt da ist (V. 16). Die Sendung der Kirche bewegt sich in diesen Ausmaßen der Universalität: Leben, das für alle hingeopfert wird, Leben in Fülle, Aussicht des einzigen Schafstalles… Auch wenn die Herde zahlreich ist, keines r ist zu viel, keines verliert sich in der Namenlosigkeit, es handelt sich vielmehr um persönliche Beziehungen: der Hirte kennt seine Schafe, ruft sie eines nach dem andern, mit Namen (V. 3), und sie hören und folgen ihm (V. 27).

 
Für Johannes ist die frohe Botschaft von Ostern zweifacher Art: Christus st der „Gute Hirte mit dem durchbohrten Herzen“, von dem das Leb en eine „unermessliche und vielfältige Schar“ ausströmt, die niemand zählen kann (zweite Lesung); und er ist auch das geopferte Lamm, in dessen Blut alle Reinigung finden und Trost in der großen Trübsal (V. 14). In seiner Betrachtung gelangt Johannes, der Seher von Patmos (Offb 1,9) zur Identifizierung zwischen dem Lamm und dem Hirten, der „zu den Quellen des Wassers des Lebens“ führt (V. 17). Das Leben ohne Hunger, ohne Durst, ohne Tränen  (V. 16-17) wird eines Tages Wirklichkeit werden; für jetzt bleibt es eine Verheißung am Horizont, ein sicheres Wort, das seine Erfüllung haben wird. Lamm und Hirt sind zwei wechselseitige Symbole, die sich ergänzen. Jesus ist der Gute Hirt, weil er das Lamm ist, das geopfert wurde, um dem Volk Leben zu geben. Er ist der Gute Hirte, weil er zuerst geduldiges Lamm ist, hilfsbereiter Diener. Diese Identifizierung hat unerschöpfliche Gültigkeit auch für unsere heutige Geschichte: Je mehr werden wir Gute Hirten sein desto mehr wir sanfte Lämmer und hilfsbereite Diener sind zum Wohl der Herde.

 

Der Christ hat eine ungeheure Aufgabe zu erfüllen: Das Evangelium Jesu in der Welt zu verkünden trotz Opposition und Widerstand aller Art, aber mit der Gewissheit, die den heiligen Paulus in seiner Mission immer aufrecht erhalten hat (I. Lesung): sich berufen zu wissen, Licht für die Menschen zu sein bis zu den Enden der Erde (V. 47).  In den Spuren des Paulus kann man den Aufruf des heutigen Weltsonntags des Gebetes für die Berufe verstehen. (*) Die Berufung zu einer besonderen Weihe (Priestertum, Gott geweihtes leben, missionarisches Leben, Laiendienste…) erstarkt und festigt sich in der persönlichen Erfahrung, sich von Einem geliebt und gerufen zu fühlen. Für jede Art von Berufung ist entscheidend diese Wort Jesu als wahr zu empfinden: „Ich kenne meine Schafe, und sie folgen mir“ (V. 27). Sich im Herzen Gottes zu fühlen macht einen sich lebendig und groß fühlen, gibt einem Sicherheit, macht einen sich als Sohn und Bruder fühlen, macht einem zum Apostel. Es öffnet einem das Herz für die Welt hin.

 

Wort des Papstes

(*)  „Jeder Priester und alle gottgeweihten Männer und Frauen, die ihrer Berufung treu sind, geben diese Freude, Christus zu dienen, an andere weiter und laden alle Christen ein, auf die allgemeine Berufung zur Heiligkeit zu antworten. Um die besonderen Berufungen zum Priesteramt und zum geweihten Leben zu fördern und die Berufungspastoral stärker und nachhaltiger zu machen, ist daher das Vorbild jener unverzichtbar, die bereits „ja“ gesagt haben zu Gott und zu dem Plan, den er für jeden Menschen hat. Das persönliche Zeugnis, das aus konkreten Lebensentscheidungen besteht, wird die Jugendlichen ermutigen, ihrerseits anspruchsvolle Entscheidungen über die eigene Zukunft zu treffen“.

Benedetto XVI.

Botschaft für den XLVII. Weltgebetstag für Berufe,  25.4.2010

 Auf den Spuren der Missionare

- 25/4: 4. Sonntag der Osterzeit – Weltgebetstag für die Berufe, mit dem Thema: „Dein Zeugnis fördert Berufe“.

- 25/4: Hl. Markus, Evangelist, Schüler des Paulus und des Petrus, Gründer der Kirche von Alexandria in Ägypten.

- 25/4:Hl. Pedro de Betancur (1626-1667), Franziskanerbruder, spanischer Missionar in Guatemala, Einsatz für Waisen, Bettler, Kranke.  

- 27/4: Hl. Pedro Ermengol (+1304), Spanier; nach einem Leben als Räuber bekehrte er sich, wurde Merzedarier und widmete sich dem Loskauf von Sklaven.

- 28/4: Hl. Louis Maria Grignion de Montfort (1673-1716), Volksmissionar in Frankreich, Gründer der Töchter der Weisheit und der Montfortianer.

- 28/4: Hl. Pietro Chanel (1803-1841), französischer Maristenmissionar auf der Insel Fortuna, Protomärtyrer und Patron von Ozeanien.

- 29/4: Hl. Katharina von Siena (1347-1380), Dominikaner Tertiarin, Mystikerin und Kirchenlehrerin, Patronin von Italien und Europa.

- 30/4: Sel. Maria von der Menschwerdung Guyart Martin (1599-1672), erste Missionarin der Neuzeit, Mystikerin, Gründerin – mit einigen Jesuiten – der Kirche von Canada.

- 30/4: Hl. Giuseppe Benedetto Cottolengo (1786-1842), Priester in Turin, gründete Werke und Institute für Arme und Verlassene.

- 01/5: Hl. Josef der Arbeiter, der Jesus zu arbeiten gelehrt hat. – Welttag der Arbeiter.

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Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website:  www.euntes,net   Wort  zur  Mission
Deutsch: P. Alois Eder, MCCJ
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