Apostelgeschichte 13,14.43-52
Psalm 99
Offenbarung
7,9.14-17
Johannes
10,27-30
Besinnung
Wegen des
Abschnitts aus dem Evangelium wird der vierte Ostersonntag
überlieferungsmäßig als „Sonntag des Guten Hirten“ bezeichnet.
Es handel
sich immer um das 10. Kapitel von Johannes, in dem Jesus sich als den
wahren
Hirten des Volkes vorstellt. Für den Evangelisten Lukas ist Jesus
der gute
Hirte, der sich auf die Suche nach dem verirrten Schaf macht,
es
auf die Schulter lädt, mit seinen Freunden ein Fest veranstaltet…
(Lk 15,4-7):
er ist ein Hirte mit barmherzigem Herzen. Dieses Bild voller
Zärtlichkeit
vollendet sich in jenem von Johannes, der einen aufmerksamen und
tatkräftigen
Hirten vorstellt, in der Verteidigung der Schafe vor
Räubern und wilden
Tieren, entschlossen zu kämpfen bis zur Hingabe des
Lebens für die
Herde.
Der
‚Gute Hirt’ ist das erste Bild, das die Christen seit dem 3.
Jahrhundert in den Katakomben gebraucht haben, um Jesus Christus
darzustellen,
viele Jahrhunderte vor dem Gekreuzigten. Der Grund für dieses
Alter liegt im
biblischen Reichtum des Bildes des Hirten (vgl. Exodus,
Ezechiel,
Psalmen…), mit dem Jesus sich identifiziert hat und das Johannes (Kap.
X) unter
dem messianischen Vorzeichen wieder gelesen hat. Zahlreich sind in der
Tat die
Ausdrücke, die das Leben andeuten und die Beziehungen zwischen ihm
und den
Schafen: eingehen – hinausgehen, kennen, rufen—hören,
öffnen, führen,
einhergehen—folgen, vernichten—raufen, la Leben geben…Bis hin zur
völligen
Identifizierung Jesu mit „dem guten Hirten, der sein Leben
hingibt für
seine Schafe“ (V. 11.14). Der griechische Text benutzt ein
Synonym: der
„schöne“ Hirt (V. 11.14), d.h., der gute, vollkommene, der in sich
ästhetische
und die ethische Vollkommenheit vereinigt. Er
ist der Hirte schlechthin!
Jesus versichert uns hartnäckig, dass seine Initiative, die Schafe
zu
retten, Erfolghaben wird: „Sie werden niemals zugrunde gehen, und
niemand wird
sie der Hand meines Vaters entreißen“ (V. 28-29). Diese
Sicherheit gründet sich
nicht auf die Güte und Treue der Schafe, sondern auf die
ungeschuldete Liebe
Christi, der viel stärker ist als unser menschliches Elend. Er
verzichtet
auf kein einziges der Schafe, auch wenn diese sich verloren
haben oder
ihn nicht kennen: alle müssen durch die Tür eintreten, die Er
selber ist (V.
7), denn Er ist der einzige Erlöser. Er opfert sein Leben für
alle: er
hat noch andere Schafe, die er anziehen will, bis schließlich nur
eine einzige
Hürde und ein einziger Hirt da ist (V. 16). Die Sendung der Kirche
bewegt sich
in diesen Ausmaßen der Universalität: Leben, das für
alle hingeopfert wird,
Leben in Fülle, Aussicht des einzigen Schafstalles… Auch wenn die
Herde
zahlreich ist, keines r ist zu viel, keines verliert sich in der
Namenlosigkeit, es handelt sich vielmehr um persönliche
Beziehungen:
der Hirte kennt seine Schafe, ruft sie eines nach dem andern, mit
Namen (V.
3), und sie hören und folgen ihm (V. 27).
Für Johannes ist die frohe Botschaft von Ostern zweifacher Art:
Christus st
der „Gute Hirte mit dem durchbohrten Herzen“, von dem das
Leb en
eine „unermessliche und vielfältige Schar“ ausströmt, die
niemand zählen kann (zweite
Lesung); und er ist auch das geopferte Lamm, in
dessen Blut
alle Reinigung finden und Trost in der großen Trübsal (V.
14). In seiner
Betrachtung gelangt Johannes, der Seher von Patmos (Offb 1,9) zur Identifizierung
zwischen dem Lamm und dem Hirten, der „zu den Quellen des
Wassers
des Lebens“ führt (V. 17). Das Leben ohne Hunger, ohne Durst,
ohne
Tränen (V. 16-17) wird eines Tages Wirklichkeit werden;
für jetzt bleibt
es eine Verheißung am Horizont, ein sicheres Wort, das seine
Erfüllung haben
wird. Lamm und Hirt sind zwei wechselseitige Symbole, die sich
ergänzen. Jesus
ist der Gute Hirt, weil er das Lamm ist, das geopfert wurde, um dem
Volk Leben
zu geben. Er ist der Gute Hirte, weil er zuerst geduldiges Lamm ist,
hilfsbereiter Diener. Diese Identifizierung hat unerschöpfliche
Gültigkeit auch
für unsere heutige Geschichte: Je mehr
werden wir Gute Hirten sein desto
mehr wir sanfte Lämmer und hilfsbereite Diener sind zum
Wohl der Herde.
Der Christ hat
eine ungeheure Aufgabe zu erfüllen: Das Evangelium Jesu in
der Welt zu verkünden trotz Opposition und Widerstand aller Art,
aber mit der
Gewissheit, die den heiligen Paulus in seiner Mission immer aufrecht
erhalten
hat (I. Lesung): sich berufen zu
wissen, Licht für die Menschen zu sein bis zu den Enden der Erde (V.
47). In den Spuren des Paulus kann man
den Aufruf des heutigen Weltsonntags des Gebetes für die Berufe
verstehen. (*) Die
Berufung zu einer besonderen Weihe (Priestertum, Gott geweihtes leben,
missionarisches Leben, Laiendienste…) erstarkt und festigt sich in der persönlichen
Erfahrung, sich von Einem geliebt und gerufen zu fühlen.
Für jede Art
von Berufung ist entscheidend diese Wort Jesu als wahr zu empfinden:
„Ich kenne
meine Schafe, und sie folgen mir“ (V. 27). Sich im Herzen Gottes zu
fühlen
macht einen sich lebendig und groß fühlen, gibt einem
Sicherheit, macht
einen sich als Sohn und Bruder fühlen, macht einem zum Apostel. Es
öffnet einem das Herz für die Welt hin.
Wort
des Papstes
(*) „Jeder Priester und alle gottgeweihten
Männer
und Frauen, die ihrer Berufung treu sind, geben diese Freude, Christus
zu
dienen, an andere weiter und laden alle Christen ein, auf die
allgemeine
Berufung zur Heiligkeit zu antworten. Um die besonderen Berufungen zum
Priesteramt
und zum geweihten Leben zu fördern und die Berufungspastoral
stärker und
nachhaltiger zu machen, ist daher das Vorbild jener unverzichtbar, die
bereits
„ja“ gesagt haben zu Gott und zu dem
Plan, den er für jeden Menschen hat. Das
persönliche Zeugnis, das aus konkreten Lebensentscheidungen
besteht, wird
die Jugendlichen ermutigen, ihrerseits anspruchsvolle Entscheidungen
über die
eigene Zukunft zu treffen“.
Benedetto XVI.
Botschaft
für
den XLVII.
Weltgebetstag für Berufe, 25.4.2010
Auf
den Spuren der Missionare
- 25/4: 4.
Sonntag der Osterzeit – Weltgebetstag für die Berufe, mit dem
Thema: „Dein Zeugnis fördert Berufe“.
- 25/4: Hl.
Markus, Evangelist, Schüler des Paulus und des Petrus,
Gründer
der Kirche von Alexandria in Ägypten.
- 25/4:Hl. Pedro
de Betancur (1626-1667), Franziskanerbruder, spanischer
Missionar in Guatemala, Einsatz für Waisen, Bettler, Kranke.
- 27/4: Hl.
Pedro Ermengol (+1304), Spanier; nach einem Leben als Räuber
bekehrte er sich, wurde Merzedarier und widmete sich dem Loskauf von
Sklaven.
- 28/4: Hl.
Louis Maria Grignion de Montfort (1673-1716), Volksmissionar in
Frankreich, Gründer der Töchter der Weisheit und der
Montfortianer.
- 28/4: Hl.
Pietro Chanel (1803-1841), französischer Maristenmissionar auf
der Insel Fortuna, Protomärtyrer und Patron von Ozeanien.
- 29/4: Hl.
Katharina von Siena (1347-1380), Dominikaner Tertiarin,
Mystikerin und Kirchenlehrerin, Patronin von Italien und Europa.
- 30/4: Sel.
Maria von der Menschwerdung Guyart Martin (1599-1672), erste
Missionarin der Neuzeit, Mystikerin, Gründerin – mit einigen
Jesuiten – der
Kirche von Canada.
- 30/4: Hl. Giuseppe Benedetto Cottolengo (1786-1842),
Priester in Turin, gründete Werke und Institute für Arme und
Verlassene.
- 01/5: Hl.
Josef der Arbeiter, der Jesus zu arbeiten gelehrt hat. – Welttag
der Arbeiter.
***********************************************************
Verantwortlich:
P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website: www.euntes,net Wort zur Mission
Deutsch: P.
Alois Eder, MCCJ
***********************************************************