Der Geist der Liebe:
Ansporn
und Bürge der Mission
VI. Sonntag der
Osterzeit
Lesejahr C –
09.05.2010
Apg
15,1-2.22-29
Psalm
66
Offb
21,10-14.22-23
Joh
14,23-29
Besinnung
Jesus
kündet den Aposteln die österlichen Gaben an, Früchte
seines Leidens
und seiner Auferstehung. An erster
Stelle, die Gabe einer neuen Liebe (Evangelium):
eine
Liebe, die eine ‘volle Eintauchung’ in die Heilige Dreifaltigkeit ist,
die
kommen wird, um bei dem zu wohnen, der glaubt und liebt (V. 23); eine
Liebe,
die Quelle neuen Lebens wird. Dann die Gabe des Friedens:
der Friede,
den Jesus gibt, eine Friede, der von dem den die Welt bietet,
verschieden ist
(V. 27), ein Friede, der stärker ist als jede Verwirrung, der in
jeder
Schwierigkeit zuversichtlich macht. Und vor allem, die Gabe des Trösters, „der
Heilige Geist“, als Lehrer und Erinnerung an die Dinge, die
Jesus gelehrt
hat (V. 26). Es ist eine Verheißung, die sich aus der Nähe
auf den Weg der Kirche
in der Geschichte bezieht: Jesus hatte nicht alle Konsequenzen und
Anwendungen
seiner Botschaft auseinanderlegen können, darum versichert er die
freundschaftliche Anwesenheit eines sicheren Führers auch im Angesicht
neuer Probleme, unvorhergesehener Ereignisse, Entwicklungen der
menschlichen
Wissenschaften… Es genügt, an die neuen Herausforderungen von
heute zu denken:
Fundamentalismus, Bioethik, Globalisierung, interreligiöser
Dialog, Ökologie.
Der Geist macht sich immer bemerkbar als Licht, Kraft, Vergebung,
Trost. Er ist
das Öl der Freude, Gabe der Liebe. (*)
Die neuen Entscheidungen, welche die
Gemeinschaft der an Christus
Glaubenden im Lauf der Jahrhunderte treffen muss, werden mit
der
Führung des Geistes, nicht im Widerspruch mit der Botschaft Jesu
stehen,
sondern werden deren Entwicklung sein, eine schöpferische
Weiterentwicklung,
eine Anwendung als Antwort auf die Erfordernisse der Personen in den
unterschiedlichen Zeiten und Orten. Eine stürmische Situation
für die Kirche –
eine wahre Frage von Leben oder Tod! – ergab sich sofort um das Jahr 50
nach
dem geschichtlichen Ereignis Jesu. Die Apostelgeschichte (erste
Lesung)
berichtet von den Auseinadersetzungen und erregten Diskussion
unter zwei
Gruppen: auf der einen Seite eine Gruppe von Christen, die aus
dem
Judentum kamen, die den Heiden bestimmte jüdische Praktiken vor
ihrer Taufe
auferlegen wollen; Paulus und Barnabas, dagegen, sahen in solchen
Praktiken die
Gefahr, die Gnade Christi zu entleeren und waren für die direkte
Aufnahme der
Heiden in die christliche Gemeinde, ohne jüdische Zumutungen (V.
1-2).
Es war sehr weise, die Auseinandersetzung auf die höchste Ebene
hinaufzutragen: in die Gegenwart und Entscheidung der Apostel in
Jerusalem.
Drei Tendenzen tauchten im Konzil von Jerusalem auf: die
offene
Linie von Paulus und Barnabas, die zögernde Haltung von Petrus und
die
praktische Haltung von Jakobus, Bischof von Jerusalem, der auf der
Grundlage
von pastoralen Kriterien und einer vorläufigen Konzession (V. 29)
eine Vermittlung
zwischen Paulus und den Judaisierenden herbeiführte, wie
sich aus dem
ersten Konzilsdokument der katholischen Kirche ergibt (V. 23-29).
Auf diesem ganzen mühsamen Weg ist die Gegenwart des
Heiligen Geistes
erkennbar: im Bemühen um eine stärkere Gemeinschaft
mit den
Führern der Kirche, in der für alle offenen Diskussion
im Hinblick auf
eine Entscheidung der Gemeinschaft, im Hinhören der
verschiedenen
Wortführer, und im besondern des Petrus, in der Wahl von
glaubhaften Zeugen,
die zu den Brüdern von Antiochien geschickt werden sollten. Die
Gegenwart des
Geistes ist wirksam vor allem in der eindeutigen Erklärung,
dass das Heil
allen durch Christus angeboten ist, wodurch der Zutritt der
Heiden zum
Evangelium erleichtert wurde, ohne ihnen andere Vorschriften
aufzuerlegen.
Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines glücklichen, wenn auch
mühsamen, Zusammenwirkens:
„Wir haben entschieden, der Heilige Geist und wir …“ (V.
28).
„Der geschichtliche Weg der Kirche hatte einen nicht immer linearen
Fortschritt, wie das Konzil von Jerusalem selber bezeugt. Wichtig sind
eine
Tugenden, wie die Dynamik,
welche verhindert, dass die Kirche nostalgisch wird, die Treue,
welche verhindert, dass die Kirche ins Schleudern
kommt, die Geduld, welche
verhindert, dass die Kirche frenetisch wird, die Prophetie,
die die Kirche die Zeichen der Zeiten verstehen
lässt, die Toleranz und
der Dialog, welche die Kirche
vor der Krankheit des Integralismus bewahrt, die Hoffnung,
die die Kirche Zaudern und Unsicherheit überwinden
lässt. Aber über allem muss der Glaube and der Geist
herrschen, letzter und lebendiger
Führer der
Kirche“ (G. Ravasi). Die konziliare-synodale Methode wurde erprobt und
bleibt
gültig für alle Zeiten als Weg zur Einheit und Mission!
Wort des Papstes
(*) „Das Öl der Freude ist der Heilige Geist
selbst, der ausgegossen ist über Jesus Christus. Der Heilige Geist
ist die von
Gott kommende Freude. Von Jesus strömt diese Freude auf uns
über in seinem
Evangelium, in der frohen Botschaft, dass Gott uns kennt, dass er gut
ist, dass
seine Güte Macht ist über allen Mächten. Dass wir gewollt und geliebt sind von ihm. Die Freude ist Frucht
der Liebe.
Das Öl der Freude, das über Christus ausgegossen ist und von
ihm zu uns kommt,
ist der Heilige Geist, die Gabe der Liebe, die uns des Seins froh
werden
lässt“.
Benedikt XVI.
Predigt am
Gründonnerstag während der Messe vom Letzten
Abendmahl, 1.4.2010.
Auf den Schritten der Missionare
- 09/5: Hl.
Pachomius
(Oberägypten, 287-347), Vater des christlichen Mönchtums,
Verfasser einer der
ersten Ordensregeln.
- 10/5: Hl. Juan
de
Avila (1500-1569), Volksmissionar in Südspanien, Freund und
Mitarbeiter der
großen Reformatoren seiner Zeit; Patron der Diözesanpriester
von Spanien.
- 10/5: Sel.
Ivan Merz
(1896-1928), Laie ais Kroatien, Humanist, sozial tätig.
- 11/5: Sel.
Ceferino
Namuncurá (1886-1905), Argentinier vom Stamm der Mapuche/
Araukanien, gestorben
in Rom. Salesianerkandidat, Modell christlicher Tugenden.
- 11/5:
Gedächtnis des
P. Matteo Ricci (1552-1610), italienischer Jesuit, Missionar in Chinas:
lebte,
starb und wurde in Peking begraben. Vorreiter einer neuen
missionarischen und
christlichen Präsenz in China.
- 13/5:
Gedächtnis der V. Generalversammlung des lateinamerikanischen
Episkopates,
von Benedikt XVI. in Aparecida (Brasilien) eröffnet (2007).
- 13/5:
Gedächtnis der Erscheinungen der Madonna in Fatima (Portugal,
1917).
- 14/5: Hl.
Apostel Matthias (Apg 1,15-26)
- 14/5: Hl.
Theodora (Anna Teresa) Guérin (1798-1856), französische
Ordensfrau,
Gründerin, Missionarin in Indianapolis (USA).
- 15/5: Hl.
Isidro, Bauer (Madrid, um 1080-1130), Ehemann der Sel. Maria de
la Cabeza: ein Vorbild der Arbeit und des Vertrauens in die Vorsehung.
- 15/5:
Welttag der Familie, 1994 von den Vereinten Nationen eingesetzt.