Die
„Füße“ der missionarischen Kirche zu „allen Völkern“
Siebter
Sonntag der Osterzeit – Christi Himmelfahrt
Lesejahr
C – 16.5.2010
Apostelgeschichte 1,1-11
Psalm 46
Hebräer 9,24-26;
10,19-23
Lukas 24,46-53
Besinnung
Die
Himmelfahrt Jesu stellt
sich unter drei sich ergänzenden Aspekten vor: 1°, als eine
glorreiche Offenbarung
Gottes (I. Lesung) mit der
Wolke,
Männern in weißen
Gewändern, Bezugnahme auf den Himmel (V. 9-11);
2°, als Nachgeschichte
eines schwierigen und widersprüchlichen , aber gelungenen
Unternehmens
(2. Lesung); 3°,
als Aussendung der Apostel (Evangelium), in der
Eigenschaft
von „Zeugen“, für eine Sendung, die so groß ist wie
die Welt: im Namen
Jesu, „allen Völkern die Bekehrung und die Vergebung der
Sünden“ zu predigen
(V. 47-48).
Das
Osterereignis Jesu trägt die frohe Hoffnung der Kirche und die
„ruhige
Zuversicht“ der Gläubigen, eines Tages sich in der „gleichen
Herrlichkeit“
Christi zu finden (Präfation). Das ist die Wurzel des
apostolischen
Engagements und des Optimismus, der die Missionare des
Evangeliums beseelt,
in der Sicherheit, Träger einer Botschaft und einer Erfahrung
eines gelungenen Lebens zu sein, das
das Siegel der Auferstehung hat. Es ist vor allem ein im auferstandenen
Christus völlig gelungenes Leben; und es ist, wenn auch
nur in
anfänglicher Form, ein in den Gliedern der christlichen Gemeinde gelungenes
Leben.
Die Früchte sind da: man muss sie sehen und sie zu schätzen
wissen.
Die Apostel und
die Missionare aller Zeiten werden „Zeugen (Christi)
in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis zu den
äußersten Enden
der Erde“ (Apg 1,8; Lk 24,48), auf einem Weg, der sich
fortschreitend
und in Spiralen entfaltet vom anfänglichen Zentrum (Jerusalem) auf
eine weite
Peripherie über die ganze Erde hin. Die ganze Welt in der Tat ist
das Feld, auf
welches Jesus vor seiner Auffahrt in den Himmel seine Jünger als
Zeugen
ausschickt (Evangelium): „Zu allen Völkern“, um die
Bekehrung zum Gott
der Barmherzigkeit zu verkünden, zu Gott, der die Sünden
vergibt und erlöst (V.
47).
Die Sendung
zum Zeugnis ist radikal und wirksam, wie es die
Geschichte der Evangelisierung beweist, von den Anfängen
(Apostelgeschichte)
bis in unsere Tage. Sie ist den Erwachsenen anvertraut, gereift im
Alter und im
Glauben, aber auch den Jugendlichen. Die Mission der Jugend
gründet sich im Besonderen
auf das Sakrament der Firmung. Sie ist
eine bedeutungsvolle Station auf
ihrem christlichen Weg, der sie auf das Zeugnis des Glaubens und der
Mission
vorbereitet. Die Feier der Firmung soll die
Jugendlichen auf das apostolische Engagement
und auf die Evangelisierung der anderen
Jugendlichen vorbereiten“. Der
Papst betont das, wenn er zur Jugend spricht: „Seid
Apostel für die Jugendlichen“.
(*)
Die letzten Worte der Evangelien sind Aussendung der Kirche in
die
Mission – eine Kirche, die sich in einem ständigen
Zustand der
Mission befindet! -- um das Werk Jesu fortzusetzen. Überall,
immer! Der zum
Himmel gerichtete Blick (Apg 1,11) – Endziel und Inspiration der
großen Reise
des Lebens – lenkt nicht ab und entzieht keine Energien, er inspiriert
vielmehr
die Christen und die Glaubensverkünder, immer einen Blick
der Liebe auf
die Welt zu richten, ein missionarisches Engagement, das sich
an die
konkreten Situationen heftet, großzügig und
schöpferisch für das Leben der
menschlichen Familie. Von daher Flucht vor allem entfremdenden
Spiritualismus,
und tiefes Verwurzeltsein in der Geschichte, dem Ort, in welchem
Christus unser
Heil wirkt. Diese Mission gilt es mit Hoffnung und Wirklichkeitssinn
und
getragen von der „Kraft des Heiligen Geistes“
(Apg 1,8) zu erfüllen, in der
Gewissheit der ständigen Anwesenheit Jesu, der die Seinen segnet,
mit
Wohlwollen anschaut und mit „großer Freude“
(Lk 24,50-52)
erfüllt. Die Himmelfahrt bedeutet nicht Abwesenheit des Herrn,
sondern eine
andere Weise, gegenwärtig zu sein (Mt 28,20; Mk 16,20):
täglich wirkt er
gemeinsam mit den Jüngern und bekräftigt mit Zeichen
das Wort, das sie verkünden.
Auf einigen
Darstellungen des Geheimnisses der Himmelfahrt umhüllt eine
Wolke den Leib Jesu und nur die Füße bleiben sichtbar: sie
sind ein Sinnbild
für die
Füße der missionarischen Kirche, die Füße
der Christen, der Verkünder/innen,
die auf den Strassen der Welt das Evangelium zu allen Völkern
tragen, zu jeder
Person, jeder Gruppe oder Kategorie, zu den jungen und alten Menschen.
Sie
verkünden das Evangelium mit ihrem eigenen Leben, mit dem Wort und
benützen die
modernsten
sozialen Kommunikationsmittel (Presse, Film, Video, Internet, SMS, blog, websites und andere Formen
von digitalen Botschaften), die neue Möglichkeiten bieten für
die Evangelisierung
und die Katechese. Es sind neue Strassen und
Herausforderungen der Mission.
(**)
Wort des Papstes
(*) „Liebe Jugendliche, ihr habt den wahren Weg
gefunden. Ihr seid die Jugendlichen der Kirche. Ich lade euch darum
ein zur
großen Mission, die Jungen und Mädchen, die in dieser
Welt herumirren, wie
Schafe ohne Hirten, zu evangelisieren.
Seid die Apostel der Jugendlichen.
Ladet sie ein, mit euch zu
gehen, die gleiche Erfahrung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe
zu machen
wie ihr; Jesus zu begegnen, um sich wirklich geliebt, angenommen zu
fühlen, mit
der vollen Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Damit auch sie die
sicheren Wege
der Gebote entdecken, und auf diesem Weg zu Gott gelangen“.
Benedikt XVI.
Ansprache an die Jugendlichen, São Paolo (Brasilien),
10.5.2007.
(*)
„Dieses Wort wird sich so seinen Weg
unter den unzähligen Schnittstellen
im dichten Netz der Highways, die den Cyberspace
durchziehen, bahnen können und das Bürgerrecht Gottes zu
jeder Zeit
bekräftigen, damit Er durch die neuen Formen der Kommunikation auf
den Straßen
der Städte voranschreiten und an den Schwellen der Häuser und
der Herzen Halt
machen kann, um noch einmal zu sagen: 'Ich stehe vor der Tür und
klopfe an'
(Offb 3,20)“.
Benedikt XVI.
Botschaft
für den 44. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel,
16.5.2010.
Auf
den Spuren der Missionare
- 16/5: Himmelfahrt Christi, nach der Aussendung der
Apostel. 44. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel. Thema: „Der Priester und die digitale Pastoral in
der Welt. Die neuen Medien im Dienst des Wortes“.
- 16/5: Sel.
Simon Stock (+1265), englischer Einsiedler, Karmeliter,
Förderer der Marienverehrung. Gestorben in Bordeaux (Frankreich).
- 17/5: Hl.
Pascal Baylón (1540-1592), spanischer Franziskaner; wegen
seiner Liebe zur Eucharistie ernannte ihn Leo XIII. zum Patron der
Eucharistischen Kongresse.
- 20/5: Hl.
Bernardin von Siena (1380-1444), Franziskaner, Wandermissionar
und Volksprediger.
- 21/5: Hl. Zeno
(+ um 372), Nordafrikaner, 8. Bischof von Verona;
bekämpfte das Heidentum, den Arianismus und andere Häresien
und „führte die
Stadt zur Taufe in Christsus“.
- 21/5:
Hl. Charles Eugène de Mazenod (1782-1861), Bischof von
Marseille und Gründer der Missionare Oblaten von der Unbefleckten
Jungfrau
Maria.
- 21/5:
Gedächtnis der sieben Trappisten, 1996 von den islamischen
Fundamentalisten in Tibhirine (Algerien) umgebracht.