Via Urbano VIII, 16 - 00165 ROMA (Italia)
Tel. 06/698.81024; Fax 06/698.81332
E-mail: info@euntes.net

WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Die „Füße“ der missionarischen Kirche zu „allen Völkern“

Siebter Sonntag der Osterzeit – Christi Himmelfahrt

Lesejahr C – 16.5.2010

 

Apostelgeschichte 1,1-11
Psalm 46
Hebräer 9,24-26; 10,19-23
Lukas 24,46-53
Besinnung

Die Himmelfahrt Jesu stellt sich unter drei sich ergänzenden Aspekten vor: 1°, als eine glorreiche Offenbarung Gottes (I. Lesung) mit der Wolke, Männern in weißen Gewändern, Bezugnahme auf den Himmel (V. 9-11); 2°, als Nachgeschichte eines schwierigen und widersprüchlichen , aber gelungenen Unternehmens (2. Lesung); 3°, als Aussendung der Apostel (Evangelium), in der Eigenschaft von „Zeugen“, für eine Sendung, die so groß ist wie die Welt: im Namen Jesu, „allen Völkern die Bekehrung und die Vergebung der Sünden“ zu predigen (V. 47-48).

Das Osterereignis Jesu trägt die frohe Hoffnung der Kirche und die „ruhige Zuversicht“ der Gläubigen, eines Tages sich in der „gleichen Herrlichkeit“ Christi zu finden (Präfation). Das ist die Wurzel des apostolischen Engagements und des Optimismus, der die Missionare des Evangeliums beseelt, in der Sicherheit, Träger einer Botschaft und einer Erfahrung eines gelungenen Lebens zu sein, das das Siegel der Auferstehung hat. Es ist vor allem ein im auferstandenen Christus völlig gelungenes Leben; und es ist, wenn auch nur in anfänglicher Form, ein in den Gliedern der christlichen Gemeinde gelungenes Leben. Die Früchte sind da: man muss sie sehen und sie zu schätzen wissen.

Die Apostel und die Missionare aller Zeiten werden „Zeugen (Christi) in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis zu den äußersten Enden der Erde“ (Apg 1,8; Lk 24,48), auf einem Weg, der sich fortschreitend und in Spiralen entfaltet vom anfänglichen Zentrum (Jerusalem) auf eine weite Peripherie über die ganze Erde hin. Die ganze Welt in der Tat ist das Feld, auf welches Jesus vor seiner Auffahrt in den Himmel seine Jünger als Zeugen ausschickt (Evangelium): „Zu allen Völkern“, um die Bekehrung zum Gott der Barmherzigkeit zu verkünden, zu Gott, der die Sünden vergibt und erlöst (V. 47).

Die Sendung zum Zeugnis ist radikal und wirksam, wie es die Geschichte der Evangelisierung beweist, von den Anfängen (Apostelgeschichte) bis in unsere Tage. Sie ist den Erwachsenen anvertraut, gereift im Alter und im Glauben, aber auch den Jugendlichen. Die Mission der Jugend gründet sich im Besonderen auf das Sakrament der Firmung. Sie ist eine bedeutungsvolle Station auf ihrem christlichen Weg, der sie auf das Zeugnis des Glaubens und der Mission vorbereitet. Die Feier der Firmung soll die Jugendlichen auf das apostolische Engagement und auf die Evangelisierung der anderen Jugendlichen vorbereiten“. Der Papst betont das, wenn er zur Jugend spricht: „Seid Apostel für die Jugendlichen“. (*)


Die letzten Worte der Evangelien sind Aussendung der Kirche in die Mission – eine Kirche, die sich in einem ständigen Zustand der Mission befindet! -- um das Werk Jesu fortzusetzen. Überall, immer! Der zum Himmel gerichtete Blick (Apg 1,11) – Endziel und Inspiration der großen Reise des Lebens – lenkt nicht ab und entzieht keine Energien, er inspiriert vielmehr die Christen und die Glaubensverkünder, immer einen Blick der Liebe auf die Welt zu richten, ein missionarisches Engagement, das sich an die konkreten Situationen heftet, großzügig und schöpferisch für das Leben der menschlichen Familie. Von daher Flucht vor allem entfremdenden Spiritualismus, und tiefes Verwurzeltsein in der Geschichte, dem Ort, in welchem Christus unser Heil wirkt. Diese Mission gilt es mit Hoffnung und Wirklichkeitssinn und getragen von der „Kraft des Heiligen Geistes“ (Apg 1,8) zu erfüllen, in der Gewissheit der ständigen Anwesenheit Jesu, der die Seinen segnet, mit Wohlwollen anschaut und mit „großer Freude“ (Lk 24,50-52) erfüllt. Die Himmelfahrt bedeutet nicht Abwesenheit des Herrn, sondern eine andere Weise, gegenwärtig zu sein (Mt 28,20; Mk 16,20): täglich wirkt er gemeinsam mit den Jüngern und bekräftigt mit Zeichen das Wort, das sie verkünden.

Auf einigen Darstellungen des Geheimnisses der Himmelfahrt umhüllt eine Wolke den Leib Jesu und nur die Füße bleiben sichtbar: sie sind ein Sinnbild für die Füße der missionarischen Kirche, die Füße der Christen, der Verkünder/innen, die auf den Strassen der Welt das Evangelium zu allen Völkern tragen, zu jeder Person, jeder Gruppe oder Kategorie, zu den jungen und alten Menschen. Sie verkünden das Evangelium mit ihrem eigenen Leben, mit dem Wort und benützen die modernsten sozialen Kommunikationsmittel (Presse, Film, Video, Internet, SMS, blog, websites und andere Formen von digitalen Botschaften), die neue Möglichkeiten bieten für die Evangelisierung und die Katechese. Es sind neue Strassen und Herausforderungen der Mission. (**)

 
Wort des Papstes

(*) „Liebe Jugendliche, ihr habt den wahren Weg gefunden. Ihr seid die Jugendlichen der Kirche. Ich lade euch darum ein zur großen Mission, die Jungen und Mädchen, die in dieser Welt herumirren, wie Schafe ohne Hirten, zu evangelisieren. Seid die Apostel der Jugendlichen. Ladet sie ein, mit euch zu gehen, die gleiche Erfahrung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu machen wie ihr; Jesus zu begegnen, um sich wirklich geliebt, angenommen zu fühlen, mit der vollen Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Damit auch sie die sicheren Wege der Gebote entdecken, und auf diesem Weg zu Gott gelangen“.

Benedikt XVI.

Ansprache an die Jugendlichen, São Paolo (Brasilien), 10.5.2007.

 

(*)  „Dieses Wort wird sich so seinen Weg unter den unzähligen Schnittstellen im dichten Netz der Highways, die den Cyberspace durchziehen, bahnen können und das Bürgerrecht Gottes zu jeder Zeit bekräftigen, damit Er durch die neuen Formen der Kommunikation auf den Straßen der Städte voranschreiten und an den Schwellen der Häuser und der Herzen Halt machen kann, um noch einmal zu sagen: 'Ich stehe vor der Tür und klopfe an' (Offb 3,20)“.

Benedikt XVI.

Botschaft  für den 44. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 16.5.2010.

 

Auf den Spuren der Missionare

- 16/5: Himmelfahrt Christi, nach der Aussendung der Apostel. 44. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel. Thema: „Der Priester und die digitale Pastoral in der Welt. Die neuen Medien im Dienst des Wortes“.

- 16/5: Sel. Simon Stock (+1265), englischer Einsiedler, Karmeliter, Förderer der Marienverehrung. Gestorben in Bordeaux (Frankreich).

- 17/5: Hl. Pascal Baylón (1540-1592), spanischer Franziskaner; wegen seiner Liebe zur Eucharistie ernannte ihn Leo XIII. zum Patron der Eucharistischen Kongresse.

- 20/5: Hl. Bernardin von Siena (1380-1444), Franziskaner, Wandermissionar und Volksprediger.

- 21/5: Hl. Zeno (+ um 372), Nordafrikaner, 8. Bischof von Verona; bekämpfte das Heidentum, den Arianismus und andere Häresien und „führte die Stadt zur Taufe in Christsus“.

- 21/5:  Hl. Charles Eugène de Mazenod (1782-1861), Bischof von Marseille und Gründer der Missionare Oblaten von der Unbefleckten Jungfrau Maria.

- 21/5: Gedächtnis der sieben Trappisten, 1996 von den islamischen Fundamentalisten in Tibhirine (Algerien) umgebracht.

***********************************************************
Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Website:  www.euntes,net   Wort  zur  Mission
Deutsch: P. Alois Eder, MCCJ
***********************************************************