Deuteronomium
26,4-10
Psalm
90
Römer
10,8-13
Lukas
4,1-13
Überlegungen
„In der
Wüste weiß der
Mensch, wie viel er wert ist, wie viel seine Götter wert
sind“ (A. de
Saint-Exupéry), das heißt, seine
Ideale, seine
inneren Rücklagen. „In der Wüste
der Welt“, genährt mit dem Brot des Wortes und gestärkt durch
den Geist, sind
wir angekommen, um aufs neue die Fastenzeit, „das sakramentale
Zeichen
unserer Bekehrung“ zu feiern und so fähig zu sein – mit
den nie
übertroffenen Waffen des Fastens, des Gebetes und des Almosens
– „die
fortwährenden Verführungen des Bösen“ zu besiegen (Eingangsgebet).
Die
Fastenzeit legt uns mit Nachdruck die fundamentalen Themen des Heils,
und damit
der Mission, vor: der Primat Gottes und sein Plan der Liebe für
den Menschen,
die Erlösung, die uns vollkommen frei angeboten wird im Opfer
Christi, der
fortwährende Kampf mit der Sünde, die Beziehungen der
Brüderlichkeit und der
Achtung, die es gilt mit Seinesgleichen und mit der Schöpfung
hochzuhalten…
Dies sind Themen, die der Wüste der Fastenzeit eigen sind.
Die Versuchungen (Evangelium)
waren für Jesus kein Spiel, keine
Vortäuschung, es waren
wirkliche Prüfungen, wie sie es für den Christen sind und
für die Kirche. „Wenn
Christus nicht die Versuchung als eine wahre Versuchung gelebt
hätte, wenn die
Versuchung für ihn als Mensch und Messias keine Bedeutung gehabt
hätte, könnte
seine Reaktion kein Beispiel sein für uns, weil sie nichts mit der
unseren zu
tun hätte“ (C. Duquoc). Und gerade weil er geprüft worden
ist, ist er ein
Beispiel und fähig, dem zu Hilfe zu kommen, der sich in
der Prüfung
befindet (vgl. Hebr 2,18; 4,15).
Jesus hat sich tatsächlich mit
dem Satan auseinandergesetzt, um die möglichen Methoden und Wege,
Seine Sendung
als Messias zu verwirklichen. Die drei Versuchungen sind eine bedeutungsvolle
Synthese einer langen Periode des Kampfes gegen das Böse,
die Jesus 40
Tage in der Wüste (V. 2) und während seines ganzen Lebens,
einschließlich des
Kreuzes, als der Teufel zurückkam,
nachdem er eine Zeit lang von ihm abgelassen
hatte (V. 13), durchstanden hat. Die Versuchungen stellen
andere
Modelle des Messias – und folglich für uns auch der Mission dar!
Für Jesus
waren die Versuchungen „drei Abkürzungen, um nicht durch das
Kreuz gehen
zu müssen“ (Fulton Sheen). Sie waren eine Umwälzung
der Beziehungen mit
den materiellen Dingen, mit den Personen und mit Gott selber. Es waren
Versuchungen, - 1: ein „Sozialreformer“ zu werden: die Steine in
Brot
für sich selber und für andere zu verwandeln hätte den
populären Erfolg
garantiert; - 2: ein „Messias der Macht“ zu werden; eine auf
Beherrschung
der Personen und der Welt gegründete Macht hätte den
persönlichen Stolz und den
Stolz der Gruppe befriedigt; - 3: ein „Wunder wirkender Messias“ zu
werden: eine auffallende Geste hätte das Aufsehen und den Ruhm
sichergestellt.
Jesus überwindet die Versuchungen:
er entscheidet sich dafür, den Primat Gottes zu respektieren, er
vertraut auf
den Vater und auf seinen Plan für das Heil der Welt. Er verzichtet
darauf, die materiellen
Dinge eigennützig zum eigenen Vorteil zu gebrauchen (die
Steine in Brot
verwandeln); er verzichtet darauf, über die Personen zu
herrschen
und zieht es vor, zu dienen; er unterhält immer eine kindliche
Beziehung
mit Gott und vertraut auf Seine Treue. Er nimmt das Kreuz an
aus Liebe
und stirbt, indem er verzeiht: nur in dieser Weise zerschlägt er
die Spirale
der Gewalt und nimmt dem Tod sein ‚Gift’: der Tod wird vom Leben
besiegt.
Jesus stellt sich den
Versuchungen und bezwingt sie in der Kraft des Heiligen Geistes,
mit dem Er erfüllt ist (V. 1). Es ist der Geist der Taufe (Lk
3,22), von Ostern
und von Pfingsten. Und es ist der Geist der Mission. Zuweilen hat man
geglaubt,
Macht, Geld, Herrschaft, angemaßte Autorität,
Überaktivismus… seien
apostolische Wege. Der Missionar wird ständig von solchen
Illusionen
versucht; darum braucht er den Geist Jesu, der der eigentliche
Verkünder (EN
75),der Protagonist der
Mission ist (Rm 21). Der Geist lässt
uns verstehen, dass die Wüste der
Fastenzeit eine Zeit der Gnade ist (kairós):
Zeit der wesentlichen Dinge, Zeit, die mit den Dingen gefüllt
werden soll, die
wirkliche Werte darstellen, ein Geschenk, das im Schweigen gelebt
werden soll,
weit ab von der Verschmutzung des Lärms, der Eile, des Geldes, der
Eitelkeit…
Eine Zeit des missionarischen Teiles! (*)
Die Fastenzeit ist eine Zeit
des Heiles, dessen Mitte der Glaube an den gestorbenen und
auferstandenen
Christus ist (II. Lesung): Er ist der Herr aller
Völker, der
allen, die seinen Namen anrufen, ohne Unterscheidung der
Zugehörigkeit (V.
12-13) das Heil in Fülle anbietet. Dieser Primat Gottes ergibt
sich auch aus dem
Opfer der Erstlingsfrüchte der Erde (I. Lesung). Es
handelt sich
um eine Form der Dankbarkeit und der Versöhnung. Aber auch eine
Form des
Teilens mit dem, der in Not ist: das Opfer der
Erstlingsfrüchte war
auch bestimmt für den Fremden, die Waise und die Witwe, „damit sie
davon in
deinen Städten essen und sich sättigen“ (V. 10-12). Hier
findet sich ein
kostbarer Hinweis auf den geistigen und missionarischen Weg: wer sich
Gott
nähert und mit ihm in Harmonie lebt, entdeckt auch die andern, die
Nahen und
die Fernen. Und er wird solidarisch und großherzig!
Wort
des Papstes
(*) "Dieser Anblick des Kreuzes zeigt auf,
dass der Mensch sich selbst nicht genügt, sondern eines Anderen
bedarf, um
wahrhaft er selbst zu sein. Sich zu Christus bekehren, an das
Evangelium zu
glauben, hat im letzten diese Bedeutung: sich aus der Illusion der
Selbstgenügsamkeit zu befreien und die eigene Not einzugestehen –
das Bedürfnis
der anderen und das Bedürfnis Gottes, seines Erbarmens und seiner
Freundschaft...
Fest verwurzelt in dieser Hoffnung wird der Christ dazu angetrieben,
eine
gerechte Gesellschaft zu schaffen, in der alle das Notwendige erhalten,
um
menschenwürdig leben zu können, und in der die Gerechtigkeit
aus der Liebe
lebt."
Benedikt XVI.
Botschaft für
die Fastenzeit 2010
Auf
den Spuren der Missionare
- 22/2: Kathedra Petri
und des
Papstes; dieser ist Stellvertreter Christi und des Petrus, Vorsitzender
in der
Liebe, der Einheit in der Kirche und der Weltmission zu dienen.
- 22/2: Sel. Diego
Carvalho
(1578-1624), portugiesischer Jesuit, Missionar und Märtyrer in
Sendai (Japan),
zusammen mit vielen anderen Gefährten.
- 23/2: Hl. Polykarp (+
155),
Jünger des Apostels Johannes, Bischof von Smyrna, letzter
apostolischer Vater.
- 23/2: Sel. Giuseppina
Vannini (1859-1911), italienische Ordensfrau, zusammen mit dem
Kamillianer
Luigi Tezza gründete sie die Töchter des hl. Camillus
für den Dienst an den
Armen.
- 24/2: Sel.
Ascensión Nicol
Goñi (1868-1940), spanische Ordensfrau, Mitgründerin der
Missionsdominikanerinnen
vom Hl. Rosenkranz, die sich der Mission und der Erziehung widmen.
- 25/2: Hl. Walburga
(710-779), Schwester der heiligen Willibald und Wunibald. Gemeinsam mit
dem hl.
Bonifazius und anderen Mönchen missionierten sie die deutschen
Lande. Sie war
Äbtissin von zwei Klöstern in Hildesheim.
- 25/2: Sel.
Sebastián
Aparicio (+1600), er ging von Spanien nach Mexiko, war verheiratet und
später
Witwer, obwohl reich wurde er franziskanischer Laienbruder; er starb
fast
hundertjährig in Puebla (Mexiko).
- 25/2: Die heiligen
Luigi
Versiglia, Bischof, und Callisto Caravario, Salesianer, sie starben
1930 als
Märtyrer in Guandong (China).
- 26/2 1885: Abschluss
der
Berliner Konferenz (1884-1885); Aufteilung Afrikas unter den
Machthabern
Europas.
- 27/2: Sel. Caritas
(M. G.
Brader) (1860-1943), Ordensfrau aus der Schweiz, Missionarin in
Kolumbien und
Ekuador, Gründerin; sie verstand es, das kontemplative mit dem
apostolischen
Leben zu verbinden.
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