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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Einfache Tagesereignisse oder Heilsgeschichte?

III. Fastensonntag

Lesejahr C – 07.03.2010
Exodus  3,1-8.13-15
Psalm  102
1 Kor  10,1-6.10-12
Lukas  13,1-9
 
Besinnung

Gibt es eine verschiedene Weise, Unglücksfälle zu betrachten? Können sie eine Einladung zur Bekehrung des Herzens sein? Die Opfer der Zwillingstürme, Erdbeben, Tsunami,  Wirbelwinde, Unfälle am Samstagabend, Auschwitz und Hiroshima… Und all die Opfer der Attentate, der Massaker, der Unfälle, der Katastrophen, der Gewalt, der Sklaverei, der Tumore, der Epidemien, des AIDS… Wer hat all diese Übel verschuldet? Spielt dabei Gott eine Rolle? Was denkt Er davon? Wie interpretiert Jesus solche Fakten? Das sind einige der vielen Fragen, die man sich solchen Übeln gegenüber stellt. Auch Jesus ist aufmerksam und informiert über das Tagesgeschehen (Evangelium): er denkt darüber nach, beurteilt sie nach eigenen Kriterien, nicht nach der landläufigen Mentalität, er stellt davon eine kritische Analyse her, er kommentiert sie – wie wir heute sagen würden – in politisch unkorrekter, unbequemer, gegenläufiger Weise.

 
Manche wollten ihn in eine öffentliche Kritik an Pilatus für eine sicherlich blutige und sakrilegische Tat verstricken (V. 1). Die Lehre, die Jesus aus dieser Tat sowie aus dem unglücklichen Tod von 18 Personen unter dem Turm von Siloe zieht, geht viel weiter als die allgemeine Interpretation der Mehrheit, in dem er darin die Einladung Gottes zu einem Wandel des Lebens liest, damit nicht alle in der gleichen Weise umkommen (V. 3.5). Die Versuchung war eine zweifache: im Fall des Pilatus bestand sie darin, zu glauben, dass man einfach sich auflehnen und den römischen Prokurator zu ersetzen brauchte; im Fall der Opfer des Turmes, sofort an eine Bestrafung durch äußere Akteure (Gott eingeschlossen) oder an eine Sünde zu denken. Es ist die häufigste und bequemste Reaktion: mit dem Finger auf andere weisen, einen Schuldigen von außen suchen, glauben, dass das Übel in den Dingen stecke, glauben, dass das Böse nur außerhalb von uns liegt, Krankheiten und Unfälle immer mit begangener Schuld oder mit einer Bestrafung durch Gott in Verbindung zu setzen. Es sind Haltungen, die für die heidnische Mentalität typisch sind, die von Missionaren oft in nicht-christlicher Umwelt gefunden wird, aber auch oft unter Christen, die noch nicht ganz bekehrt sind. (*)

 
Jesus befreit uns von einer Mentalität, die uns einerseits daran hindert, an die wahren Ursachen der bösen Dinge, die uns passieren, heranzukommen und uns zu Fatalismus und Passivität verleitet; andererseits uns zu einer falschen Vorstellung von einem bestrafenden und eingreifenden Gott verführt. Jesus geht an die Wurzel der Probleme und der möglichen Veränderungen: er lädt ein, sich zu bekehren, das Herz zu ändern, damit die Dinge besser werden. Die Dinge werden besser, wenn die Menschen sich von innen heraus ändern; nur vom Wandel des Herzens wird eine Verbesserung der menschlichen, religiösen und sozio-politischen Strukturen kommen. Das ist die frohe und neue Botschaft, das Evangelium, das die Mentalität, das Herz, das Leben verändert. Dieser Kommentar Jesu zu Fakten der Geschichte ist kein Ausweichen, sondern eine viel tiefere Sicht. Das Evangelium zieht sich nicht auf den Rand der Geschichte zurück, begnügt sich nicht damit, sie zu streifen, sondern tritt in die Tatsachen ein, dringt ins Gewissen der Menschen ein: hier baut Gott sein Reich der Liebe und der Freiheit. „Das Reich Gottes ist nicht etwas Paralleles zur Geschichte, sondern es fordert sie heraus und interpretiert sie“ (Gustavo Gutiérrez). Hier berühren wir die stets geheimnisvolle Beziehung zwischen der göttlichen Vorsehung und der Autonomie der Geschichte mit ihren Ereignissen, die nicht von vorneherein Überbringer von Strafe oder Lohn sind. Der Christ, mit der vom Glauben erleuchteten Urteilsfindung, ist imstande, darin eine Botschaft zu entdecken, eine Einladung zur Bekehrung, eine Gelegenheit zur Einsicht, den Sinn des Lebens…

 
Vor schmerzhaften und grausamen Tatsachen fragt man sich: wo war Gott mit seiner Allmacht? Aber man läuft Gefahr, die weiten Räume der Freiheit und der menschlichen Verantwortung zu vergessen, die Gott dem Menschen anvertraut. Ermes Ronchi schreibt: „Wo war Gott? Nein. Wo war der Mensch an diesem Tag? Wenn der Mensch sich nicht ändert, wenn er nicht ein Bundesstifter und ein Stifter von Freiheit wird, wird diese Erde zu Grunde gehen, weil sie auf den Sand der Gewalt und der Ungerechtigkeit gegründet ist. Wenn ihr euch nicht bekehrt, werden ihr alle umkommen“ (V. 3.5).  Darum handelt Gott an uns mit Barmherzigkeit und Geduld: er gibt uns das Geschenk der Zeit als eine Wirklichkeit, in der das Heil geschieht. Er gewährt uns sogar eine zusätzliche Zeit, „noch dieses Jahr“, um Frucht zu bringen (V. 7-9).  Im Besitzer, der den Baum umhausen will (V. 7), können wir unsere falsche Idee von einem strafenden, harten, ungeduldigen Gott sehen. Im Gegenteil, er identifiziert sich mit dem Landbesitzer, der die Rebe stutzt und betreut, damit sie mehr Frucht trägt (vgl. Joh 15,11-2). Er ist der Winzer, der geduldig wartet, aber bereit ist, das Erdreich aufzugraben und Dung zu streuen (V. 8).  Jesus geht noch weiter: er ist das neue Weizenkorn, das in die Ackerfurchen der Menschheit fällt und stirbt, um reiche Frucht zu hervorzubringen (Joh 12,24).

 

Die Erfahrung des israelitischen Volkes, bemerkt Paulus (II. Lesung), soll uns als Beispiel und Ermahnung dienen (V. 6.11): obwohl alle Zeugen und Telnehmer von zahllosen Werken Gottes zu ihren Gunsten waren, haben viele nicht den Erartungen Gottes entsprochen und sind zu Grunde gegangen (V. 5). Die Mahnung ist deutliche: sich nicht wegen angeblicher Verdienste in Illusionen wiegen, sondern demütig und kohärent leben (V. 12). Immer mit dem Vertrauen auf Gott, der sein Volk liebt und befreit. So hat Gott sich selber Mose im Dornbusch, der brannte und nicht verbrannte, offenbart (I. Lesung): Gott des Lebens, Gott der Väter (V. 6), Gott, der das Elend seines Volkes sieht, der ihr Jammern hört, seine Leiden kennt und sich ihm nähert, um es zu befreien (V. 7-8). Er ist Der, der ist (V. 14), der Gott, der immer, überall, für alle gegenwärtig ist. Emmanuel. Eine schöpferische und befreiende Gegenwart. Der missionarische Einsatz der großen Missionare wird immer geboren, wie für Mose (V. 4-5), aus einer starken Erfahrung Gottes und aus der persönlichen Teilnahme am Leiden der Menschen: das war der Weg eines Franz Xavers, eines Peter Chanel, eines Daniel Comboni, einer Francesca Saverio Cabrini, einer Theresa von Calcutta…

 

Wort des Papstes

(*)  „Angesichts gewisser Unglücksfälle – so mahnt Jesus – nützt es nichts, die Schuld auf die Opfer abzuwälzen. Wahre Weisheit liegt vielmehr darin, sich von der Unsicherheit des Daseins in Frage stellen zu lassen und eine Haltung der Verantwortlichkeit anzunehmen: Buße zu tun und uns im Leben zu bessern. Das ist Weisheit, das ist die wirksamste Antwort auf das Böse, auf jeder Ebene: auf der zwischenmenschlichen, sozialen und internationalen. Christus ermahnt, auf das Böse in erster Linie mit einer ernsthaften Gewissenserforschung und mit der Verpflichtung zu antworten, das eigene Leben zu läutern“.

Benedikt XVI.

Angelus, Sonntag, 11. März 2007.

 
Auf den Spuren der Missionare

- 07/3: Hl. Perpetua und hl. Felizitas, Märtyrerinnen aus Karthago (+203), unter Kaiser Septimius Severus.

- 07/3: Sel. José Olallo Valdés (1820-1889), Kubaner, Mitglied des Ordens vom hl. Johannes von Gott. Seine Aufmerksamkeit galt den Leidenden und Armen.

- 08/3: Hl. Johannes von Gott (1495-1550), portugiesischer Ordensmann, Gründer der Barmherzigen Brüder, Schutzpatron der Krankenhäuser, Patron der Kranken und der Krankenpfleger.

- 08/3: Internationaler Tag der Frauen: 1910 eingeführt, seit 1975 Tag der UNO.

- 09/3: Hl. 40 Soldaten von Kappadozien, sie starben den Martertod in Sebaste (Armenien, +320).

- 09/3: Hl. Domenico Savio, Don Bosco Schüler, gestorben mit 14 Jahren (+1857).

- 10/3: Sel. Elías del Socorro Nieves del Castillo, mexikanischer Priester, Augustiner, Märtyrertod in Cortáraz (Mexiko, +1928), mit anderen Gefährten.

- 12/3:  Hl. Luigi Orione (1872-1940), Priester, Gründer des Kleinen Werkes der Göttlichen Vorsehung und einiger Kongregationen zur Unterstützung der Ärmsten.


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A cura di: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Sito Web:   www.euntes.net    “Parola per la Missione”

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