WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

 


Advent: eine Gnadenzeit für die Mission 


I Sonntag im Advent

Lesejahr B – 30.11.2008

 

Jesaja 63,16-17.19; 64,1-7

Antwortpsalm 79

1 Korinther 1,3-9

Markus 13,33-37

 

 

Betrachtung

Am Anfang des neuen Kirchenjahres erhebt die Kirche einen kräftigen Aufruf zur Wachsamkeit und zur Hoffnung, Haltungen, die für die Adventszeit  kennzeichnend sind. Der Evangelist Markus wird uns im neuen Lesezyklus, der heute beginnt, Sonntag für Sonntag, Abschnitte aus dem “Evangelium von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“ (Mk 1,1), vorlegen. Im kurzen Abschnitt des heutigen Evangeliums ertönt gleich vier Mal der Aufruf, wach zu bleiben, als einer notwendigen Bedingung ,um dem Herrn im Augenblick seiner Wiederkunft (V. 35) zu begegnen. Die Erwartung wird befriedigt werden und nicht umsonst sein. Es wird ein überraschendes, aber sicheres Kommen sein.

 

Die Liturgie lässt uns in der Erwartung des Herrn, der wiederkommt, leben, in dem sie uns hilft, sein erstes Kommen an Weihnachten effektiv neu zu erleben. Darin besteht eigentlich die besondere Kraft der Sakramente der Kirche, die im Heute die christlichen Geheimnisse, die sich in der Vergangenheit ereignet  haben, vergegenwärtigen. Auf diese Weise wird die Geschichte wieder völlig eingeholt und wird Heilsgeschichte im Heute eines jeden Gläubigen. Aber unter einer Bedingung: die Erwartung muss sich auf den Herrn, der kommt, richten; das bedeutet geduldige

Bereitung eines wohl geöffneten und gereinigten Herzens. Paulus (2. Lesung) fordert die Gläubigen von Korinth auf, in wachsamer Erwartung zu leben, während „ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unsres Herrn, wartet“ (V. 7), in der Gewissheit, dass „Gott treu ist“ , der uns zur Gemeinschaft mit seinem Sohn (V. 9) ruft und uns „bis ans Ende festigen wird“ (V.8).

 

Nur wer sich seiner eigenen Schwachheit, der persönlichen und der gemeinschaftlichen, bewusst ist und sich in demütigem Vertrauen Gott öffnet, kann von Ihm das Geschenk des Heils erflehen und erhalten. Davon zeugt der Prophet in einem der leidenschaftlichsten Gebete der Bibel (1. Lesung), das während der babylonischen Gefangenschaft, in einer Zeit des Leidens und der Demütigungen, entstanden ist.  Zu Grunde liegt das Bewusstsein, von den Wegen  des Herrn abgeirrt zu sein (V. 17),  treulos geworden zu sein (V. 4), alle insgesamt durch die Sünde „wie etwas Unreines, wie ein schmutziges Tuch geworden  zu sein… verwelkt wie Laub… vom Wind verweht…von der Gewalt der Schuld fortgefegt“ (V. 5-6). Auch in solchem erbärmlichen Schmutz hat der Prophet, am Anfang und  am Schluss seines Gebetes, den Mut, Gott seine Hoffnung entgegen zu schreien  und ihn als Herrn, Vater und Erlöser anzurufen (V. 16); er lädt ihn ein, aus Liebe zu seinen Knechten (V. 17) umzukehren, die Himmel aufzureißen und herabzukommen (V. 19). Schließlich legt sich der Betende wie ergebener Ton in die Hände des Vaters, der allein imstande ist, uns zu formen, uns aufs neue Form zu geben (V. 7). Der Vater verlangt immer danach und ist glücklich, uns neu zu schaffen.

 

Der Prophet entwirft ein Bild, das die heutige Situation der Menschheit widerspiegelt: oft irrt sie weit entfernt vom Herrn daher, versunken in Übel und Sünde, einen Erlöser, der von außen kommt, brauchend, denn der Mensch ist unfähig, sich allein zu retten. Alle brauchen wir Einen, der kommt, ums uns zu retten! Wir Christen, die bereits an Christus glauben, erwarten die Wiederkunft Jesu, unseres Erlösers, während die Nicht-Christen – die immer noch den größeren Teil der Menschheit (zwei Drittel) ausmachen – Seine Ankunft erwarten, das heißt, die erste Verkündigung Christi, des Heilandes. Deswegen ist der Advent eine besonders geeignete Zeit, das Bewußtsein der Christen für ihre missionarische Verantwortung  aufzurütteln und zu stärken, nachdem der Advent uns in die Zeit „der Erwartung der Menschheit zurückversetzt. Schon Papst Pius XII hat uns dies vor 50 Jahren empfohlen und uns zum Gebet und missionarischen Einsatz eingeladen. (*). Jedes Jahr, am Anfang des Advents, ruft es uns der Hl. Franziskus Xaverius, der glühende Missionar des Fernen Ostens und Patron der Missionen, ins Gedächtnis.

 

Hoffnung, Geduld, Wachsamkeit… typische Haltungen des Christen, der im Advent die – tägliche und endgültige -- Begegnung mit dem Herrn, der kommt, erwartet.  Es finden sich hier Gebete voll von freudiger Hoffnung, die dieser liturgischen Zeit eigen sind: „Amen. Marana tha“ Kommt, Herr Jesus“ (Offb 22,20)… Enthülle uns Pilgern auf der Erde den christlichen Sinn des Lebens… Entfache auf neue in einem jeden von uns das Feuer der Mission, damit wir es verstehen, mit Freude der Welt deine Vaterliebe zu verkünden … Wecke in uns den Willen, mit guten Werken Christus, der kommt, entgegen zu gehen. Unter diesen guten Werken stehen an erster Stelle jene, die Jesus selber in der Geschichte vom Letzten Gericht genannt hat (Evangelium vom letzten Sonntag): den Hungernden zu essen zu geben, den Durstigen Wasser, den Frierenden Kleidung, die Fremden aufzunehmen, die Kranken und Gefangenen zu besuchen… In der Sicherheit, in diesen bedürftigen Menschen Christus selber zu treffen, der uns entgegen kommt, denn Er hat uns gesagt: Jedes Mal wenn… habt ihr es für mich getan“ (Mt 25,40).

 

 

Wort des Papstes

(*) „Wir wünschen, dass für dieses missionarische Anliegen mehr und mit größerem Eifer gebetet wird … Besonders denken wir an den Advent, die Zeit der Erwartung  der Menschheit und der göttlichen Vorsehung, die den Weg der Erlösung vorbereitet… Betet, betet noch mehr! Denkt an die zahllosen geistlichen Nöte so vieler Völker, die vom Glauben noch weit entfernt sind, oder nicht genügend Hilfe erfahren, um am Glauben festzuhalten“.

Pius XII

Enzyklika Fidei Donum, 21.4.1957

 

 

Auf den Spuren der Missionare

- 30/11: Hl. Andreas, Apostel, Bruder des Petrus. R verkündete das Evangelium in Griechenland, wo er gekreuzigt wurde.

- 01/12:  Sel. Charles de Foucauld (1858-1916), Priester, von einer Räuberbande in Tamanrasset, in der algerischen Wüste, ermordet; er ist ein Zeuge der Mission, der Eucharistie und des Dialogs. Am 13.11.2005 selig gesprochen.

-01/12: Sel. Clementine Anuarite Nengapeta (1940-1964), kongolesische Ordensfrau, während des Simba Aufstandes als Märtyrerin der Keuschheit und der Vergebung getötet.

- 01/12: Welttag des Kampfes gegen AIDS-SIDA (1997 von der UNO-OMS eingeführt).

- 02/12: Sel. Liduina Meneguzzi (1901-1941), Ordensfrau, Missionarin, gestorben in Dire Dawa, Ägypten.

- 02/12: Gedächtnis an die erste Ausgabe von Misna (1997).

- 03/12: Hl. Franz Xaver (1506-1552), Jesuit, Missionar in Indien und Japan, gestorben auf der Insel Shangchuan. Hauptpatron der Missionen.

- 02/12: Papst Gregor XVI veröffentlicht 1839 eine Bulle, in der er den Sklavenhandel verurteilt und alle exkommuniziert, die sich daran beteiligen.

- 04/12: Sel. Adolph Kolping (1813-1865), deutscher Priester, „Vater der Handwerksgesellen“; förderte die Bildung und die Organisierung der jungen Arbeiter.

- 05/12: Sel. Filippo Rinaldi (185i6-1931), dritter Nachfolger des Hl. Giovanni Bosco in der Leitung der Gesellschaft der Salesianer, der er eine starken missionarischen Impuls ad gentes gab.

-06/12: Hl. Nikolaus (etwa 250-326), Bischof von Myra, Patron von Bari, Volksheiliger für die Weihnachtsgeschenke; Patron der Kinder, Jungen, Apotheker, Händler, Seefahrer, Fischer, Parfümhändler.

- 06/12: Sel. Pietro Pascual (etwa 1225-1300), spansicher Merzedarier, Bischof von Jaén, Glaubensbote in Spanien und Portugal; von den Moslems in Granada um des Glaubens willen getötet.

 


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A cura di: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)

Sito Web:   www.euntes.net    “Parola per la Missione”

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