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WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie
CIAM bietet
Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur
Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung
gedacht für die missionarische, persönliche und
gemeinschaftliche
Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der
Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.
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Die missionarische Kirche ruft heute in der Wüste der Welt ![]() II Sonntag im Advent Lesejahr C – 10.12.2006
Baruch 5,1-9 Psalm 125 Philipperbrief 1,4-6.8-11 Lukas 3,1-6
Besinnung Als geschichtsorientierter Autor aufmerksam auf die Fakten (Evangelium), beginnt der Evangelist in vornehmer Weise: er rahmt das öffentliche Auftreten Johannes des Täufers und Jesu von Nazareth in den historisch-geographischen Kontext der Zeit ein. Nüchtern und genau zitiert er gut sieben zeitgenössische Persönlichkeiten des Ereignisses (V. 1-2). Auch hier hat die Zahl sieben eine symbolische Bedeutung: sie deutet die Totalität an. Mit der Erwähnung von sieben Personen und ihren Funktionen will Lukas andeuten, dass die ganze Geschichte – die heidnische und die jüdische, die profane und die heilige – miteinbezogen ist in die Ereignisse, die er sich anschickt zu erzählen. Es sind Fakten, die die ganze Menschheitsfamilie mit ihren religiösen und zivilen Einrichtungen betreffen.
Das Ereignis besteht darin: „Der Ruf Gottes erging an Johannes, des Zacharias Sohn, der in der Wüste lebte (V. 2), am Ufer des Jordanflusses, mit einer Botschaft der „Umkehr zur Vergebung der Sünden“ (V. 3). Mit den Dokumenten zur Verfügung, will Lukas seine Leser versichern, dass das Heil Gottes sich in einer genau umschriebenen Zeit, an einem bestimmten Ort, in einem klar umrissenen Programm verwirklicht.. Hier bestätigt sich die Absicht des Evangelisten, die er schon in seinem Prolog ausdrückt: „genaue Untersuchungen“ anzustellen, für eine „geordnete Berichterstattung“, um „Rechenschaft von der Verlässlichkeit der Unterweisungen zu geben“ (Lk 1,3-4). Das Evangelium Jesu hat gesicherte Fakten zur Grundlage, die von glaubwürdigen Augenzeugen übermittelt worden sind; es gibt darin keinen Raum für menschliche Erfindungen oder psychologische Projektionen.
Das Heil Gottes verwirklicht sich innerhalb der menschlichen Geschichte, und nicht außerhalb der Geschichte; es überlagert nicht die Geschichte, sondern fügt sich in sie ein, auch wenn sie die Geschichte transzendiert. Wie das Salz. Mit der Kraft des Samens und der Hefe. Wie ein Ferment neuen Lebens. Genau das hat Jesus getan, und das sind wir als Christen gerufen, in der Welt zu tun (siehe den Brief an Diognet). Johannes der Täufer sagt es voraus mit den Worten der Propheten Jesaja und Baruch, die in jenem genauen geographischen Kontext Gestalt annehmen. Johannes predigt in der Wüste, einem mehr biblischen als geographischen Ort; Ort und Zeit starker spiritueller Erfahrungen (Berufung und Bund, Versuchungen und Treue…), die das auserlesene Volk immer wieder neu erleben muß.. Der Täufer predigt an den Ufern des Jordan: der Fluß, der überschritten werden muß (Taufritus) mit einem Wandel der Geisteshaltung und des Lebens (Bekehrung), um in das verheißene Land einzutreten. Es sind nicht mehr die rauen und verschlungenen Wege (biblische Symbole des Stolzes, der Anmaßung, der Gewalttätigkeit, der Ungerechtigkeiten…), sondern ein Weg der inneren Bekehrung, geglättet und direkt (V. 4-5; und I. Lesung). Paulus bietet eine weitere Beschreibung dieses neuen Lebens in Christus an: voll von Liebe, von moralischer Identität, von Einsatz für die Verbreitung des Evangeliums (II. Lesung).
Das Heil Gottes ist für alle, insistiert der Täufer mit einem Zitat von Jesaja: „Und alle Welt wird das Heil Gottes schauen“ (V. 6). Jeder Mensch, alles Fleisch, das heißt jede Person in ihrer Schwachheit und Zerbrechlichkeit wird das Heil von Gott haben. Ein Heil, das Gott allen Menschen anbietet, ohne Ausnahme. Ein Heil, das der Mensch nicht aus sich selber hervorbringen kann, ,sondern das ihm von außen her zukommt; nur von Gott! Der russische Schriftsteller Alexander Soljenitsyn beschreibt in folgender Weise die radikale Unfähigkeit des Menschen in Bezug auf das eigene Heil: „Wenn jemand in einem Teich versinkt, rettet er sich nicht, in dem er sich an den Haaren herauszieht“. Es braucht eine Hand von außen: die Hand Gottes. Und die Hand der Freunde Gottes! Die Adventszeit , Zeit der Erwartung der Menschheit, lädt uns ein, an die zahlreichen Völker, die den Erlöser, der da kommt, noch nicht kennen, zu denken und uns für sie einzusetzen.
Die freundschaftliche Hand Gottes offenbart sich auch in der mütterlichen Gegenwart der Unbefleckten Jungfrau Maria (8. Dezember), ganz nahe bei Gott und bei der menschlichen Familie, wie sie sich unter dem Titel der Madonna von Guadalupe zeigt (siehe unten im Kalender 12/12). Gott zeigt sich auch in der freundschaftlichen Hand der Christen, eine Hand, die sich jedem, der in materieller oder geistiger Not ist, entgegenstreckt. Heute ist die missionarische Kirche die Erbin Johannes des Täufers und ruft in der Wüste der Welt: „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!“ (V. 4). Christus zu verkünden ist eine dauernde Aufgabe der Christen, ein Schatz, der mit den andern geteilt werden muß, wie Papst Benedikt XVI beim Abschluß seiner pastoralen und ökumenischen Reise in die Türkei wiederholt hat (*) Das Evangelium ist das kostbarste Gut für die ganze Menschenfamilie.
Wort des Papstes (*) „Leib Christi, hat sie (die Kirche) den Auftrag erhalten, sein Evangelium bis zu den Enden der Erde zu verkünden (cfr. Mt 28,19), das heißt, an die Männer und Frauen dieser Zeit eine frohe Botschaft weiterzugeben, die ihr Leben nicht nur erleuchtet, sondern verändert, und schließlich den Tod überschreitet und überwindet. Diese Frohe Botschaft ist nicht nur ein Wort, sondern eine Person, Christus selber, auferstanden, lebendig!... Wie könnten die Christen, das was sie empfangen haben, nur für sich behalten? Wie könnten sie diesen Schatz an sich reißen und diese Quelle verstecken? Die Mission der Kirche besteht nicht darin, Gewalten zu verteidigen, noch darin, Reichtümer zu erlangen; ihre Sendung ist es, Christus zu geben, das Leben Christi mitzuteilen, das kostbarste Geschenk des Menschen, das Gott selber uns in seinem Sohn gibt“. Benedikt XVI Predigt in der Heilig-Geist Kathedrale, Istambul, 1. Dezember 2006
Auf den Schritten der Missionare -10/12: Welttag der Menschenrechte (UNO, 1948). -12/12: Fest unserer Lieben Frau von Guadalupe, dem heiligen Indio Juan Diego auf dem Tepeyac Hügel in Mexico erschienen (1531) mit einer Botschaft der Hoffnung in den Anfängen der Evangelisierung des amerikanischen Kontinents: „Hab keine Angst. Bin nicht ich hier als deine Mutter?“ -14/12: Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591), spanischer Karmeliterpriester, Mystiker und Kirchenlehrer, Reformator des Karmels, zusammen mit der hl. Theresia von Avila. -14/12: Hl. Nimatullah Youssef Kassab Al-Hardini (1808-1858), Maroniterpriester aus dem Libanon, Asket, widmete sich dem Studium und der pastoralen Tätigkeit. 16/12: Sel. Philipp Siphong Onphitak (1907-1940), Familienvater und Katechist, Protomärtyrer von Thailand. Als der Pfarrer vertrieben wurde, wurde er als Führer seiner Gemeinde gewählt und später in Mukdahan getötet.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Verantwortlich:
P. Romeo Ballan, mccj – emeritierter Direktor des CIAM, Rom Sito Web: www.ciam.orq “Wort zur Mission – Parola per la Missione” +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
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