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WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie EUNTES.NET
bietet
Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur
Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung
gedacht für die missionarische, persönliche und
gemeinschaftliche
Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der
Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.
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Freude und Geduld einer engagierten Erwartung
III Sonntag im Advent Lesejahr A – 16.12.2007
Jesaja 35,1-6.8-10 Psalm 145 Jakobus 5,7-10 Matthäus 11,2-11
Besinnung Ein echter und nur zu gut verständlicher Zweifel befällt Johannes den Täufer (Evangelium), eingesperrt im dunklen und einsamen Kerker von Machaerus. Der herbe Prediger von feurigen Worten (siehe Evangelium des letzten Sonntags) hat seine Zonen der Unsicherheit. „Bist du es … oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (V. 3) Was ist die wirkliche Identität dieses Jesus, dieser geheimnisvollen, anziehenden, aber irritierenden Persönlichkeit? Vielleicht ist Johannes diesem Jesus gegenüber verwirrt: zu sehr um die Armen und die Letzten bekümmert, erschüttert er nicht das soziale System, lehnt er niemanden ab, vernichtet er nicht die Sünder, sucht die Letzten auf und gibt ihnen Hoffnung… Was für ein Messias ist dieser, wenn wirklich Er es ist? Johannes ist ein Vorbild der zähen und leidenschaftlichen Suche nach Gott und dem Messias: er ist das Vorbild des Gläubigen: es ist nicht schlecht, sich schwer zu tun mit dem Glauben, Zweifel zu haben, die Handlungsweise Gottes oder den Sinn des Lebens nicht zu verstehen… Der Täufer lehrt, sich nicht einzuschließen in voreingenommenen Positionen; er ist offen für die Konfrontation: er lehnt den Messias nicht ab auf Grund der Tatsache, dass er ihn nicht versteht und dass er nicht seinen Vorstellungen entspricht, er sucht ihn, um ihn besser zu verstehen…
Jesus gibt den Jüngern des Johannes keine theoretischen Antworten: er verweist sie auf die Tatsachen und lädt sie ein, die Zeichen zu lesen. Die „Taten Christi“ (V. 2) offenbaren Seine Identität: die Taten sind in sich selbst aussagekräftig, sie sprechen, verkünden vor den Worten und oft besser als sie. Jesus weist hin auf sechs offenkundige Wunder zu Gunsten der Blinden, der Lahmen, der Aussätzigen, der Tauben, der Toten, der Armen (V. 4-5). Es sind Zeichen, die von der Macht und Barmherzigkeit Gottes reden, es sind Handlungen, die darauf abzielen, Leben zu geben. In ihnen eröffnet sich ein Zugang zu Gott für alle, ohne jeglichen Ausschluß. Für niemand Verurteilung, Barmherzigkeit für alle. Auch für die elendigsten und verzweifelten Menschen ist da immer eine Frohe Botschaft. Jedem, in was immer für einem Zustand er sich befinden mag, muß gesagt werden: „Auch für dich gibt es Heil!“
Ehe Er seinem Verwandten und Freund Johannes in aller Öffentlichkeit höchstes Lob zollt und ihn zum Größten „unter den von einer Frau Geborenen“ (V. 7-11) erklärt, richtet Er an ihn eine taktvolle Einladung, seine Positionen zu überprüfen, begleitet von einer Seligpreisung: „Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt“ (V. 6). Diese Einladung war gültig damals und ist es ebenso heute: auch heute sind die Aufmerksamkeit und die Sorge für die Letzten und Notleidenden Zeichen, die von sich aus, noch vor den Worten, verkünden dass das Reich Gottes anwesend ist. Die im Namen Gottes und aus der Liebe zu Gott gewirkten Werke sind von je her Mission, verkünden das Evangelium, enthüllen das Antlitz Gottes, der Liebe ist. Eine Mission, die nicht begleitet wäre von Werken der Barmherzigkeit, der Entwicklung, der Förderung des Menschen, der Verteidigung der Rechte der Menschen, des Schutzes der Schöpfung, wäre nicht die Mission Gottes und der Kirche. Es sind nicht Werke, die zum Zweck des Proselytismus vollbracht werden, um die Leute anzuziehen, sondern Antworten auf die Nöte der schwächsten Menschen; Antworten, aus Freizügigkeit gegeben, inspiriert von der Liebe. Im Namen Gottes.
Die Botschaft des Wortes Gottes an diesem Sonntag ist, zusammengefasst, dass niemand ausgeschlossen ist von der messianischen Freude: nicht die Körperbehinderten, und noch weniger die Armen, die die ersten Adressaten des Evangeliums des Lebens sind. In Zeiten größter Zerstörung, Deportation, Elend des Zerfalls und des Todes lädt der mutige Prophet (erste Lesung) ein zur Freude und zur Hoffnung. Wenn er nicht im Namen Gottes spräche, wäre er ein Verblendeter, ein Narr. Aber er verläßt sich auf Gott, er weiß, dass Gott einen Plan der Liebe, der Befreiung für sein Volk im Auge hat. Dafür gibt es eine zweifache Weise der Erwartung: in der Freude den Herrn erwarten, der da kommt, uns zu erlösen, wie es die eindringlichen Bilder des Gesangs und des Blühens der Steppe zum Ausdruck bringen (V. 1-4). Die zweite Note der Erwartung ist die Geduld, wie der Apostel Jakobus lehrt (zweite Lesung), der das Beispiel des arbeitsamen Landmanns heranzieht: er wartet auf die Früchte der Erde und des Regens, bleibt aber in der Zwischenzeit nicht untätig, sondern bearbeitet sein Feld, gräbt es um, streut den Samen, reinigt es, bewässert es…
Das Thema der Freude ist traditioneller Weise stark an diesem Dritten Adventssonntag, der eben darum in Anlehnung an den Eingangsvers „Gaudete“ (Freut euch) genannt wird, wobei sogleich der Grund für so viel Freude angegeben wird: denn „der Herr ist nahe“. Seine Anwesenheit im Leben eines jeden von uns und in der Gesellschaft raubt dem Menschen keinen Raum, sondern erweitert ihn noch. (*) „Wer Gott sucht, findet immer die Freude, während der, der die Freude sucht, nicht immer Gott findet. Wer das Glück sucht noch vor Gott und ohne Gott, findet nur ein leeres Götzenbild von ihm, ‚gerissene Zisternen, die kein Wasser halten’“ ( (R. Cantalamessa). Die hartnäckige christliche Einladung zur Hoffnung und zur Freude ist ein Dementi für die Unglücksprediger: trotz widersprechender Zeichen, versteht der Glaubende in den Filigranen der Geschichte die Zeichen der Anwesenheit und des Planes Gottes zu sehen. Und er erwartet ihre Erfüllung.
Wort des Papstes (*) „Christentum war nicht nur ‘gute Nachricht’ – eine Mitteilung von bisher unbekannten Inhalten… Das heißt: Das Evangelium ist nicht nur Miteilung von Wißbarem; es ist die Mitteilung, die Tatsachen wirkt und das Leben verä ndert. Die dunkle Tür der Zeit, der Zukunft, ist aufgesprengt. Wer Hoffnung hat, lebt anders; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden“. Benedikt XVI Enzyklika Spe Salvi, 30. November 2007, N. 2
Auf den Spuren der Missionare - 16/12: Sel. Philip Siphong Onphitak (1907-1940), Familienvater und Katechist, Protomärtyrer Thailands. Als der Pfarrer ausgewiesen wurde, wurde er al Gemeindeführer gewählt und später in Mukdahan getötet. - 17/12: Hl. Johannes von Matha (1154-1213), französischer Priester, Gründer des Ordens der Trinitarier zum Lauskauf der Sklaven. - 18/12: Internationaler Tag der Wanderarbeiter (UNO, 1990)I. - 21/12: Hl. Petrus Kanisius (1521-1597), Jesuitenpriester, Theologe beim Konzil von Trient, Inspirator der Gegenreformation in Zentraleuropa, Verfasser eines Katechismus; Kirchenlehrer. - 21/12: Erinnerung an die Homilie von Fra Antonio de Montesinos, spanischer Dominikaner, die er am 4. Advnetssonntag 1511 in der Kirche „La Española“ (Dominikanische Republik) zur Verteidigung der Rechte der Eingeborenen gehalten hat. Unter anderem sagte er: „Sind sie nicht etwa Menschen?“. - 22/12: Hl. Francesca Saverio Cabrini (Lodi 1850 – 1917 Chicago), Gründerin der Missionarinnen des Hl. Herzens Jesu, zur Hilfe der Auswanderer, zu deren Gunsten sie viele Werke ins Leben rief.
******************************************************************* Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona) Website: www.euntes.net “Parola per la Missione” Deutsch: P. Wilhelm K.Müller SVD, Rom *******************************************************************
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