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WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

Der „Anstellungsbrief“ für eine Mission ohne Grenzen

 
XIV. Sonntag im Jahreskreis (***)
Lesejahr C – 04.07.2010



Jesaja 66,10-14
Psalm 65
Galater 6,14-18
Lukas 10,1-12.17-20
 
Besinnung

Jesus ist auf dem Weg: mit Entschiedenheit wandte er sich nach Jerusalem (Evangelium des letzten Sonntags). Es handelte sich um eine missionarische Reise in Gemeinschaft, voll von Lehren für die Jünger. Kurz vorher hatte Jesus die Zwölf in die Mission gesandt (Lk 9,1-6). Nach einem kurzen zeitlichen Abstand berichtet Lukas (Evangelium) von der Sendung der zweiundsiebzig Jünger: “Der Herr suchte zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte” (V. 1). Der ‘Anstellungsbrief’ und die Instruktionen für die beiden Gruppen von Missionaren – die 12 Apostel und die 72 Jünger – sind praktisch die gleichen. Es überrascht darum diese Nähe und Verdoppelung, es sollte wohl die Dringlichkeit der Mission betont werden.

Wer waren die 72? Die Zahl hat hier einen symbolischen Wert, der sich auf die Totalität der Mission bezieht: 72 (oder 70, je nach den Kodices) waren die Völker der Erde nach der ‘Liste der Völker‘ (Gen 10, 1-32); ebenso viele waren die Ältesten von Israel; ferner stellt 72 das Mehrfache von 12 dar, so dass damit die Gesamtheit des Gottesvolkes angedeutet wird. Die Mission ist darum nicht die Aufgabe von einigen wenigen (die 12), sondern auch das Werk der Laien, das heißt, von allen. In diesen Zahlen weht eine Botschaft von der Universalität der Mission, in ihrem Ursprung wie in ihren Adressaten.

Die Anweisungen sind vielfacher Art, und alle sind bedeutungsvoll im Stil der neuen, von Jesus eingeleiteten Mission. Diese Anweisungen sind immer aktuell, auch für uns heute und für die kommenden Glaubensboten.

- Er sandte sie“ (V. 1): die Berufung und die Aussendung gehen vom Herrn aus, dem Herrn der Ernte. Von den Jüngern wird eine bereitwillige Antwort erwartet.

- „zu zweit“: in kleinen Gruppen; damit das Zeugnis glaubhaft ist, muss man mit wenigstens einer anderen Person Gemeinschaft haben. In dieser Weise gingen Petrus und Johannes (Apg 3-4; 8,14); Barnabas und Saulus, von der Gemeinde von Antiochien ausgesandt (Apg 13,1-4).

- Er sandte sie “vor sich her…”: sie sind Träger der Botschaft einer anderen Person; sie sind nicht Eigentümer oder Protagonisten, sie sind Vorläufer von Einem, der mehr Bedeutung hat, der nachher kommen wird, für dessen Ankunft sie den Geist und die Herzen der Adressaten vorbereiten müssen, die auf der ganzen Erde leben.

- „Die Ernte ist groß, und nur wenige Arbeiter“ (V. 2) stehen zur Verfügung. Die Situation ist immer die gleiche, gestern und heute. Die Herausforderungen der Mission ändern sich, zum Teil, je nach den Zeiten und den Orten, aber im Wesen sind sie gleichermaßen groß. Die Lösungen, die Jesus bietet, haben damals wie heute Gültigkeit.

- “Betet… geht…(V. 2-3). Jesus bietet eine zweifache Lösung an: „Betet… und geht“ (V. 2-3). Um die Mission in Übereinstimmung mit dem Herrn der Ernte zu leben, denn die Sendung ist eine Gnade, die einer für sich selber und für andere erflehen muss. Und gehen, denn in jeder Berufung, der allgemeinen und der besonderen, ist es der Herr, der liebt, ruft und sendet. Beten und gehen: zwei wesentliche und unverzichtbare Momente der Mission. (*)

- Die Botschaft, die es zu übermitteln gilt, ist eine zweifache: die Gabe des Friedens (Shalom) im vollsten biblischen Sinn, für die Personen und für die Familien (V. 5); und die Botschaft, dass “das Reich Gottes (V. 9.11) nahe ist”. Das Reich Gottes wird aufgebaut und ist aktiv in der Geschichte; das Reich ist vor allem eine Person: Jesus, die Fülle des Reiches. Wer ihn annimmt, findet das Leben, die Freude, die Sendung: er verkündet ihn der ganzen Menschheitsfamilie.  

- Der Stil der Mission Jesu und seiner Jünger ist das Gegenteil von dem der Machthaber und der Multinationalen. Die Mission beruht nicht auf dem Willen zu herrschen, der Anmaßung, der Habsucht (Dinge von Wölfen: V. 3), sondern auf dem demütigen, ehrerbietigen Angebot, frei von menschlichen Sicherheiten (Taschen, Sandalen, V. 4), aufmerksam für die Schwächsten (die Kranken, V. 9), ein freies Angebot, ohne Lohn zu suchen (V. 20).

- Das Evangelium Jesu ist Botschaft eines wahren Lebens, denn es ladet ein, sich allein auf Gott zu verlassen, Gott, der Vater ist und Mutter (I. Lesung) und auf den gekreuzigten und auferstandenen Christus (II. Lesung) für das Heil aller.

- Die Arbeiter sind wenige, arm und schwach im Angesicht der weiten Welt; Paulus findet Kraft nur im Kreuz Christi (V. 14)… Es sind Zeichen und Garantie, dass das Reich Gott gehört, dass die Mission sein ist.

 

 Wort des Papstes

(*) - “Die Kirche braucht heute viele Apostel, um der Welt des neuen Millenniums das Evangelium zu bringen, und wir erwarten, diese Glaubensboten unter Euch, den jungen Männern und Frauen, zu finden” (Lima, Peru, 2.2.1985).

- “Stellt euch in die erste Reihe derjenigen, die bereit sind, ihre eigene Heimat zu verlassen für eine Mission ohne Grenzen. Durch eure Personen will Christus die ganze Menschheit erreichen”.

Johannes Paul II

(Botschaft zum Welttag des Gebetes für Berufungen, 1985)

 Auf den Spuren der Missionare

- 4/7: Hl. Elisabeth von Portugal (12171-1336), Franziskanertertiarin, Friedensstifterin zwischen Portugal und Spanien.

- 6/7: Sel. Maria Teresa Ledóchowska (1863-1922), setzte sich ein für die afrikanischen Sklaven und gründete die Missionarinnen vom Hl. Pedro Claver.

- 6/7: Sel. Nazaria I. March Mesa (18189-11943), Spanierin, wanderte nach Mexiko aus; Missionarin in Bolivien und Argentinien; Gründerin.

- 7/7: Sel. Pietro To Rot (Papua-Neu Guinea, 1912-1945), Laie, Katechist, Ehemann, von den Japanern mit einer tödlichen Spritze am Schluss des 2. Weltkrieges ermordet.

- 7/7: Sel. Maria Romero Meneses (1902-1977), Salesianerin von Nicaragua, Apostel der Liebe.

- 9/7: Heilige Augustinus Zhao Rong (+1815) und zahlreiche Märtyrer Gefährten in China, die an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Daten (zwischen 1648 und 1930) mit ihrem Leben und ihrem Wort Zeugnis für das Evangelium Jesu gegeben haben.

- 9/7: Hl. Paolina (Amabile Visintainer) vom Herzen Jesu in der Todesangst (1865-1942), Italienerin; sie wanderte nach Brasilien aus, wo sie sich den Kranken und Armen widmete, für die sie eine Kongregation gründete.

- 9/7: Selige Emanuele Ruiz und 10 Märtyrer Gefährten (8 Franziskanermissionare und drei leibliche Brüder). Sie wurden 1860 wegen ihres Glaubens von Muslimen in Damaskus ermordet.

 
(***) Sommerpause: von diesem Sonntag an machen wir eine Pause mit der Sendung unserer sonntäglichen Kommentare; wir werden mit Sonntag, 12. September wieder weitermachen.

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A cura di: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)
Sito Web:   www.euntes.net    “Parola per la Missione”

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