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WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie
EUNTES.NET
bietet
Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur
Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung
gedacht für die missionarische, persönliche und
gemeinschaftliche
Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der
Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.
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Missionarische Verkündigung eines am Kreuz geendeten Königs ![]() XXXIV Sonntag im Jahreskreis – Christkönigssonntag Lesejahr C – 25.11.2007
2Samuel 5,1-3 Psalm 121 Kolosser 1,12-20 Lukas 23,35-43
Besinnung Es gibt die „Sieben Worte Jesu am Kreuz“. Aber auch die „Sieben an Jesus gerichteten Worte“. Die ersten sind Gegenstand eines Reichtums von Predigten und geistigen Schriften. Aber auch die zweiten bieten sich für fruchtbare Kommentare und Überlegungen an. Im Lukasevangelium von heute finden wir vier an Jesus gerichtete Worte: von den führenden Männern (V. 35), von den Soldaten (V. 36-37) und von den beiden Verbrechern, die neben Jesus gekreuzigt wurden (V. 39-42). Diese vier Worte haben gemeinsam, wenn auch mit unterschiedlicher Schattierung, die Herausforderung an Jesus: „zeige, wer du bist (der Christus, der König…), hilf dir selbst, steig herab vom Kreuz…“ Die Worte der führenden Männer, der Soldaten und von einem der Verbrecher sind beleidigend, verachtend, ohne Barmherzigkeit. Das Kliché wiederholt sich nach einer menschlichen Logik des totalen Unverständnisses und der Verkehrung der Identität des Christus.
Die Inschrift über dem Kreuz spricht für sich selber: „Das ist der König der Juden“ (V. 38). Sie sagt alles über dieses Urteil. Aber wie sie interpretieren, wer versteht sie in ihrer Wahrheit? Für die religiösen und politischen Führer sind es Worte des Hohns; aber für Gott und für den Christen aufrichtigen Herzens sind es wahre Worte, die die Identität dieses eigenartigen Verurteilten voll treffen! Diese Gedenktafel ist eine Herausforderung durch die Jahrhunderte: man nimmt sie an oder man lehnt sie ab. Mit den entsprechenden Konsequenzen! „Das Volk stand da und schaute zu“ (V. 35): stumm und perplex, zwischen Neugier und Ohnmacht, versteht es nicht, was vor sich geht, und weiß nicht, was zu tun ist… Aber etwas später, wenn das Schauspiel zu Ende geht in einer schrecklichen Tragödie, „geht die Menge nach Hause und schlägt sich an die Brust“ (V. 48).
Man kann die Bedeutung dieses Todes von den Worten des zweiten Verbrechers, des berühmten ´guten Schächers’, des einzigen, der den Sinn dieser Inschrift und die Identität Jesu anerkennt, erfassen. Er bittet nicht um eine Aufsehen erregende Befreiung, sondern nur, ihm in der letzten Phase des Lebens zur Seite zu stehen: „Denk an mich…“ (V. 42). Eine Bitte, die sofort erhört wird: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (V. 43). Jesus hat nur Worte des vollen Heils: heute, im Paradies! Das Schweigen Jesu, seine Geste der Verzeihung, die wenigen Worte (mit dem Vater, der Mutter, den Freunden…) enthüllen das Geheimnis eines leuchtenden und mächtigen Königs, der aber am Kreuz endet. Sein Königtum ist ein eigenartiges Königtum: es hat Herodes, Pilatus, Tiberius, die führenden Männer, das Volk ins Wanken gebracht… Ein schwer zu verstehendes Königtum und noch schwerer anzunehmen und zu teilen. Ein oft unverstandenes und entstelltes Königtum! Für den jedoch, der es annimmt, ist es ein volles, ein wahres Königtum, das dem Leben Sinn verleiht. (*)
Das Geheimnis jenes Todes liegt in der Antwort auf die ‚logische’ Frage von allen: „Warum steigst du nicht vom Kreuz herab? Warum klärst du nicht alles auf, in dem du ein Wunder wirkst? Du hast, für andere, so viele Aufsehen erregende gewirkt… Wenn du vom Kreuz herabstiegest, würden dir alle glauben“. Aber, an was würden sie glauben? „An Gott, der stark ist und mächtig, an Gott, der die Feinde schlägt und demütigt, der Schlag auf Schlag auf die Herausforderungen der Gottlosen antwortet, der Furcht einflößt und Respekt, der nicht scherzt… Das ist nicht der Gott Jesu. Wenn Er vom Kreuz herabstiege, würde Er seine Sendung verraten: Er würde die falsche Vorstellung von Gott, den die geistigen Führer des Volkes im Sinn haben, sich zu eigen machen. Er würde bestätigen, dass der wahre Gott jener sei, den die Mächtigen dieser Welt immer angebetet haben, weil er ihnen ähnlich ist: stark, anmaßend, unterdrückend, rachsüchtig, menschlich. Dieser starke Gott ist unverträglich mit jenem, der uns von Jesus am Kreuz geoffenbart worden ist.: „der Gott, der alle liebt, auch jenen, der ihn bekämpft, der immer verzeiht, der den rettet, der sich von der Liebe besiegen lässt“ (F. Armellini).
Diese Überlegung schlägt sich unmittelbar auf dem Gebiet der Mission nieder: Was für einen Gott verkünden wir? Was für ein Antlitz Gottes offenbart die Mission, die wir vorantreiben: ein Gott der Armut und Schwachheit oder ein Gott auf der Suche nach Anerkennung und Macht? Der wäre in Übereinstimmung mit der menschlichen Logik und mit den Königen dieser Welt. In der Art und Weise, Mission zu betreiben, gibt es manchmal Zugeständnisse, Furcht in den Worten und in den Taten, einen Gott zu verkünden, der verliert, der verzeiht, der leidet, der besiegt wird… Die Fülle der menschlichen Mittel droht der Verkündigung ihre Durchsichtigkeit zu nehmen. Viel mehr entspricht dem Evangelium eine Mission, die sich mit schwachen Mitteln verwirklicht, die den Gott der Armut, der Demut, der Vertreibung, der Verfolgung, der Zerstörung verkündet… Sie ist die Logik des Königs, der siegt und herrscht vom Kreuz herab! Er ist ein König, der in dieser Weise unsere Pläne verwirrt, denn er verlangt einen Wandel des Lebens, die Fähigkeit der Verzeihung, die Annahme eines jeden, längere Zeiten, unbequeme Perspektiven… Die Bedingungen sind fordernd, aber mit Ihm ist der Erfolg der Mission gesichert!
Wort des Papstes (*) „Nicht die Gewalt erlöst, sondern die Liebe. Sie ist das Zeichen Gottes, der selbst die Liebe ist. Wie oft wünschten wir, dass Gott sich stärker zeigen würde… Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet“. Benedikt XVI Homilie zum Anfang des Pontifikates, 24. April 2005
Auf den Spuren der Missionare - 25/11: Hochfest Christi, des Königs des Universums - 26/11: Hl. Leonhard von Porto Maurizio (1676-1751) Franziskanerpriester, Wanderprediger, Volksmissionar. Verbreiter des Kreuzweges.- 26/11: Sel. Giacomo Alberione (1884-1971), Gründer der Familie der Paolinen (mit über zehn Institutionen), um die Anwesenheit des Evangeliums in den sozialen Kommunikationsmitteln zu fördern und Berufe zu ermutigen. - 26/11: Gedächtnis an Kardinal Charles Lavigerie (1825-1992), Bischof von Algiers, Gründer der Missionare Afrikas (Weiße Väter). - 29/11 und weitere Tage: Selige Edward Burden (+1588), George Errington (+1596) und Gefährten; Sel. Cutbert Mayne (+1577), Selige Edmund Campion (+1581) und Gefährten; Sel. Richard Langley (1586) und viele andere Priester und Laien, unter Königin Elisabeth I in England als Märtyrer gestorben. - 19/11: Selige Dionysius Berthelot und Redemptus Rodriguez, Karmeliter, versklavt und später von den Moslems in Aceh (Sumatra, Indonesien) als Märtyrer getötet (+1638). - 30/11: Hl. Andreas, Apostel, Bruder von Simon Petrus. Verkündigte das Evangelium in Griechenland, wo er am Kreuz starb. - 1/12:: Sel. Charles de Foucauld (1858-1916), Priester, von einer Räuberbande in Tamanrasset, in der Wüste Algeriens, getötet. - 1/12: Sel. Clementina Anuarite Nengapeta (1940-1964), Ordensfrau aus der Demokratischen Republik Kongo, während des Aufstandes der Simba getötet; Märtyrerin der Reinheit und der Verzeihung - 1/12: Welttag des Kampfes gegen AIDS (von der UNO erklärt, 1988).
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Besorg von : P. Romeo Ballan – Komboni Missionare (Verona) Website: www.euntes.net “Parola per la Missione” Deutsch: P. Wilhelm K. Müller SVD +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
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