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WORT ZUR MISSION Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie EUNTES.NET
bietet
Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur
Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung
gedacht für die missionarische, persönliche und
gemeinschaftliche
Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der
Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.
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Der Gute Hirt beruft Andere, um Hirten zu sein
IV Sonntag der Osterzeit Lesejahr „A“ – Sonntag, 13.4.2008
Apg 2,14.36-41 Ps 22 1 Petr 2,20.25 Joh 19,1-10
Betrachtungspunkte
Der vierte Sonntag der Osterzeit ist, im Hinblick auf das heutige Evangelium, der „Sonntag des Guten Hirten“. Viele Jahrhunderte vor dem Bild des Gekreuzigten war der Gute Hirt das erste Bild, das in den Katakomben von den Christen gebraucht wurde, um Jesus Christus darzustellen. Der Grund für dieses hohe Alter liegt im biblischen Reichtum des Bildes des ‘Hirten’ bereits im Ersten Testament (vgl. Exodus, Ezechiel, Psalmen…). Jesus hat sich mit dem Hirten identifiziert, und der Evangelist Johannes hat dies unter messianischem Vorzeichen gelesen, mit einer Fülle von Ausdrücken, die die Lebensbeziehung zwischen ihm und den Schafen zum Ausdruck bringen: eingehen-hinausgehen, öffnen, rufen-hören, führen, vorhergehen-folgen, kennen, Weide…Bis zur Gleichsetzung Jesu mit der ‘Tür’ (V.7.9); Tür des Heils (V. 9), was ‚Leben in Fülle’ bedeutet (V. 10). Jesus bezeichnet sich selber tatsächlich als den guten Hirten, der „das Leben für die Schafe hingibt“ (V. 11). Zu beachten ist, dass der griechische Text ein Synonym verwendet: der ‚schöne’ Hirt (V. 11.14), das heißt der gute, vollkommene, der in sich die ästhetische und die ethische Vollkommenheit vereinigt.
Er gibt sein Leben hin für alle: er hat noch andere Schafe, die er führen muß, bis es ein einziger Schafstall und ein einziger Hirt sein wird (V. 16). Er verzichtet auf kein einziges Schaf, auch wenn sie fern sind und Ihn nicht kennen: alle müssen durch die Tür eintreten, die er selber ist, weil Er der einzige Retter ist. Die Sendung der Kirche bewegt sich auf diesem Horizont der Hingabe und der Universalität: Leben hingegeben für alle, Weg zum einzigen Schafstall, Leben in Fülle… Auch wenn die Herde zahlreich ist, keiner ist verloren in der Anonymität, keiner ist zu viel, die Beziehungen sind intim und persönlich; der Hirt kennt seine Schafe, „er ruft seine Schafe, ein jedes bei seinem Namen, und führt sie heraus“ (V. 3).
Die Intensität und die Liebe, mit der der gute Hirt sein Leben hingibt für seine Schafe, werden von Petrus beschrieben sowohl am Pfingsttag (erste Lesung), mit der Einladung zur Bekehrung, zur Taufe und zum Empfang der Gabe des Heiligen Geistes (V. 38); wie auch im Brief des gleichen Petrus (zweite Lesung), im Ton des vierten Gottesknechtliedes (Is 53). Christus hat für uns gelitten und hat uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir ihm folgen (V. 221); Er hat uns durch seine Wunden geheilt. Die Menschenfamilie, zerstreut und verirrt durch die Sünde, hat in Christus, dem Hirten und Hüter des Lebens Aller (V. 25), Heil und Einheit gefunden. Den Spuren des Guten Hirten zu folgen (V. 21) ist die Einladung und das Ziel, das sich der heutige Weltgebetstag um Berufe setzt: der Herr beruft weiterhin auch Andere, an seinem Geschick und seiner Sendung für das Leben der ganzen Menschheitsfamilie teilzunehmen. Das diesjährige Thema lädt uns ein, nachzudenken über und zu beten für „die Berufung zum Dienst an der Kirche – Mission“ (*)
Die Berufung zu besonderer Weihe (zum Priestertum, zum gottgeweihten Leben, zum Missionsleben, zu Laiendiensten…) findet Festigkeit und Freude in der persönlichen Erfahrung, des Sich Geliebt Fühlens, des Gerufensein von Einem, der vor dir da war. Es ist eine grundlegende Erfahrung, die der protestantische Theologe K. Barth, den kartesianischen Idealismus überwindend, so ausdrückt: „Cogitor, ergo sum - Ich werde gedacht, also bin ich“. Der 22. Psalm drückt, in hochpoetischer Sprache, die innere Sicherheit und Gelassenheit dessen aus, der seine volle Zuversicht auf den Herrn, den Guten Hirten setzt. Das ist der Weg einer verlässlichen, radikalen und bleibenden Berufung, „im Haus des Herrn für lange Zeit“ (V. 6).
Wort des Papstes (*) “Als wahre Zeugen, ‘mit der Kraft aus der Höhe erfüllt’ (Lk 24,49), verkünden die Apostel allen Völkern, ‘sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden’ (Lk 24,47). Eben weil sie vom Herrn gesandt sind, erhalten die Zwölf den Namen ’Apostel’. Sie sind dazu bestimmt, durch die Straßen der Welt zu ziehen und als Zeugen des Todes und der Auferstehung Christi das Evangelium zu verkünden…. Die Apostelgeschichte weist in diesem Evangelisierungsprozeß auch anderen Jüngern eine sehr wichtige Rolle zu, deren missionarische Berufung Umständen entspringt, die von der Vorsehung bestimmt und manchmal schmerzhaft sind, wie die Vertreibung aus dem eigenen Land als Jünger Christi (vgl. 8,1-4)…Am Anfang, wie auch späterhin, ist es stets ‘die Liebe Christi’, die die Apostel ‘drängt’ (vgl. 2 Kor 5,14). Als treue Diener der Kirche, fügsam gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes, sind unzählige Missionare im Laufe der Jahrhunderte den Spuren der ersten Jünger gefolgt…. Die Liebe Christi muß nämlich den Brüdern durch das Beispiel und mit Worten, mit dem ganzen Leben vermittelt werden.”
Benedikt XVI Botschaft zum 45. Weltgebetstag für Berufe (2008), N. 2-3-4.
Auf den Spuren der Missionare - 13/4: 45. Weltgebetstag für Berufe: „Berufe im Dienst an der Kirche-Mission“. - 13/4: Sel. Scubilion (Jean Bernard) Rousseau (1797-1867), französischer Ordensmann der Brüder der Christlichen Schulen, Missionar, „Katechist der Sklaven“ auf der Insel Réunion (Indischer Ozean). - 15/4: Sel. Damian de Veuster (1840-1889), von der Kongregation der Heiligen Herzen (Picpus), Apostel der Aussätzigen, auf Molokai an Aussatz gestorben (Hawaii Inseln). - 15/4: Gedächtnis des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, Vorkämpfer für Rassenintegrierung und Verteidiger der Emanzipation der Sklaven, 1865 ermordet. - 16/4: Hl. Marie Bernadette Soubirous (1844-1879), mit 14 Jahren Seherin der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes (1858). - 17/4: Sel. Katherina Tekakwitha (1656-1680), Eingeborene von Quebec (Canada); erste ‚rothäutige’ Selige Amerikas, der die Ehre der Altäre zuteil wurde (1980). - 18/4: Gedächtnis an die Eröffnung der Ersten Afroasiatischen Konferenz von Bandung (Indonesien, 1955), für die Unabhängigkeit und Identität der Länder der Dritten Welt. - 19/4: Sel. Jakob Duckett (+1602), verheirateter Laie, für 9 Monate in London inhaftiert und dann getötet unter Königin Elisabeth I, weil er katholische Schriften verkauft hatte. Um dieses Datum auch Gedächtnis an zahlreiche andere Katholiken, die in England unter der gleichen Königin und andern Königen als Märtyrer gestorben sind. - 19/4: Wahl von Papst Benedikt XVI (2005).
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