WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.


Die Versuchungen Jesu und des Missionars

 


I Fastensonntag

Lesejahr “A” – Sonntag, 10. 3. 2008

 

Genesis 2,7-9; 3,1-7

Psalm 50

Römer 5,12-19

Matthäus 5,1-11

 

 

Besinnung

Die Feier der Österlichen Bußzeit, „sakramentales Zeichen unserer Umkehr“ (Tagesgebet), ruft für uns mit Nachdruck die grundlegenden Themen des Heiles wach, und damit die Themen der Mission: der Primat Gottes, der Plan seiner Liebe zum Menschen, die Erlösung, die uns im Opfer Christi angeboten wird, der dauernde Kampf zwischen der Sünde und dem Leben der Gnade, die Beziehungen der Brüderlichkeit und des Ehrfurcht für unsere Gleichartigen und für die Schöpfung… Es sind lebenswichtige Themen, die nicht nur die Christen, sondern jedes menschliche Wesen angehen.

 

Die Versuchungen Jesu (Evangelium) sind eine andere Form von Epiphanie oder Offenbarung Seiner geistigen Persönlichkeit. Zusammen mit den Seligpreisungen sind auch die Versuchungen autobiographische Elemente, die uns helfen die Persönlichkeit Jesu zu verstehen: Seine Vorliebe, seine Kriterien, Seine Wahlen, Verzichte, Methoden … Der Garten von Eden (erste Lesung) und die Wüste (Evangelium) sind zwei Bühnenbilder, die voll sind von der göttlichen Gegenwart: in jenem Garten „formte der Herr den Menschen aus dem Ackerboden“ und machte ihn zu einem „lebendigen Wesen“ (V. 7); und der Geist führte Jesus in die Wüste, „um vom Teufel in Versuchung geführt zu werden“ (V. 1). Mit seiner Schläue gelang es dem Versucher, im Fall Adams einen Erfolg zu erzielen, aber wie der Hl. Paulus uns versichert (zweite Lesung), die Gnadentat Gottes war stärker und wurde durch die Gnade Christi, des neuen Adam, „den vielen reichlich zuteil“ (V.15).

 

Aus falscher Barmherzigkeit oder Scham meinen manche, das Gewicht der Versuchungen, denen Jesus sich tatsächlich gegenüber fand, herabmindern zu sollen; sie halten sie des Gottessohnes unwürdig oder unmöglich. Aber sie waren für Jesus wirkliche Versuchungen, nicht ein Scheinspiel; wirkliche Prüfungen, wie sie es für die Christen und für die Kirche sind. „Wenn Christus die Versuchung nicht als wahre Versuchung erlebt hätte, wenn die Versuchung für ihn als Mensch und Messias nichts bedeutet hätte, könnte seine Reaktion für uns kein Vorbild sein, denn sie hätte nichts zu tun mit unserer Versuchung. Die Versuchung ist nur dann beispielhaft, wenn er ihr wirklich begegnet ist und sie von innen heraus überwunden hat! Es interessiert uns nicht eine Komödie oder eine stilistische Übung“ (C. Duquoc). Jesus ist in allem geprüft worden, wie wir, außer der Sünde; darum kann er dem zu Hilfe kommen, der wie er in der Versuchung steht (vgl. Hebr 2,18; 4,15).

 

Jesus hat sich wirklich gefragt über die Wahlmöglichkeiten bezüglich der Methode, um seine Sendung als Messias zu verwirklichen. Es gab wenigstens drei mögliche Wege: der Gewinn, das Ansehen, die Macht. Alle drei mit einem gemeinsamen Nenner: die Instrumentalisierung der Dinge, Gottes und des Menschen. Jede der drei Versuchungen stellt ein Modell von Messias dar: - 1. ein „Sozialreformer“ (oder, der Gewinn: die Steine für sich und für alle in Brot zu verwandeln hätte einen populären Erfolg garantiert); - 2. ein „wundertätiger Messias(das Ansehen: eine auffallende Geste, wenn auch dabei Gott manipulierend, hätte Spektakularität versichert; - 3. ein „Messias der Macht“ (die Macht: auf der Beherrschung der Welt aufgebaut).

 

Drei Modelle des Messias – falsche oder wenigstens zweideutige --, die auch die Mission der Jünger und der Kirche aller Zeiten und aller Orte bedrohen. Manchmal hat man sich vorgemacht, Gewalt, Geld, Beherrschung, Überaktivismus, angebliche ethnische oder kulturelle Überlegenheit … seien evangelische und apostolische Wege. Für den Missionar sind es dauernde Versuchungen. Voll der Kraft des Geistes, überwindet Jesus die Versuchungen: er entscheidet sich für das Wort Gottes als einzige Speise, die fähig ist, das Herz des Menschen ganz zu sättigen (V. 4); er verlässt sich auf den Vater und auf seinen Plan (V. 7); er entscheidet sich für den Primat Gottes, der allein würdig ist, die ehrfürchtige Anbetung des Menschen zu erhalten (V. 10). Der Erlangung dieser Ziele dient auch die Übung des Fastens, des Gebetes und der Wohltätigkeit der Österlichen Bußzeit Wenn diese Übungen im Geist des Teilens und der Mission gelebt werden, tragen sie in großem Maße zu jener Moderation und Nüchternheit bei, die für das Heil der Menschheit unerlässlich sind. (*). Die Versuchungen Jesu waren „drei Richtwege, um nicht durch das Kreuz gehen zu müssen“ (Fulton Sheen), aber Jesus nimmt das Kreuz an, mit Liebe, und stirbt, in dem er vergibt. So hat er gesiegt! So hat er uns erlöst!

 

Wort des Papstes

(*) “Man kann in der Tat nicht sagen, daß die Globalisierung ein Synonym für Weltordnung ist, mitnichten. Die Konflikte um die wirtschaftliche Vorherrschaft und das An-Sich-Reißen der Energie-, Wasser- und Rohstoffressourcen erschweren die Arbeit all derer, die sich auf allen Ebenen darum mühen, eine gerechte und solidarische Welt aufzubauen. Es bedarf einer größeren Hoffung, die es gestattet, das Gemeinwohl aller dem Luxus weniger und dem Elend vieler vorzuziehen (Spe salvi, 31): ...Gibt es eine große Hoffnung, so kann man in der Nüchternheit beharren. Fehlt die wahre Hoffnung, so sucht man das Glück in der Trunkenheit, im Überflüssigen, in den Ausschweifungen und richtet so sich selbst und die Welt zugrunde. Die Mäßigung ist darum nicht nur eine asketische Regel, sondern auch ein Weg des Heils für die Menschheit. Es ist nunmehr offensichtlich, daß nur dann, wenn ein nüchterner Lebensstil angenommen wird, der vom ernsthaften Einsatz für eine gerechte Verteilung der Reichtümer begleitet ist, es möglich sein wird, eine Ordnung der gerechten und nachhaltigen Entwicklung zu errichten. Deshalb bedarf es Menschen, die eine große Hoffnung hegen und daher viel Mut haben.”

Benedikt XVI

Predigt am Fest der Erscheinung des Herrn, 6.1.2008

 

 

Auf den Spuren der Missionare

- 10/2:  Sel. Alois Stepinac (1898-1960), Erzbischof von Zagreb (Kroatien), Verteidiger des Glaubens, der Religionsfreiheit und der Menschenwürde unter dem kommunistischen Regime in Jugoslawien

- 10/2   Gedächtnis des Todes von Papst Pius XI (Achille Ratti, +1939), gab der Missionstätigkeit kräftige Impulse, mit vielen Initiativen und wichtigen Dokumenten.

- 11/2:  Madonna von Lourdes (Erscheinungen 1858). – Welttag der Kranken.

- 12/2:  Hl. Saturnin, Priester, und 48 nordafrikanische Laien, Märtyrer (+304, in Abatine, Karthago), die vor dem römischen Prokonsul erklärt hatten: “Ohne den Sonntag können wir nicht leben”.

- 14/2:  Heilige Cyrillus, Mönch (+Rom, 869) und Methodius, Bischof (+885), zwei Brüder, geboren in Salonikki; Glaubensboten der slawischen Völker und der Völker des Donauraumes. Mit-Patrone Europas.

- 15/2:  Hl. Claude La Colombière (161-1682), französischer Jesuitenpriester, Förderer der Verehrung zum Heiligsten Herzen Jesu.

- 15/2:  Gedächtnis von P. José de Acosta (+1600), spansicher Jesuitenpriester in Perú, Erforscher und Verteidiger der eingeborenen Kultur; hatte eine wichtige Rolle im III. Konzil von Lima (1582-1583)

- 16/2:  Sel. Giuseppe Allamano (1851-1926).italienischer Priester, Gründer der Institute der Missionare und der Missionarinnen der Consolata (Heiligtum von Turin).

 

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Verantwortlich: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)

Website: www.euntes.net  “Parola per la Missione”

Deutsch: P. Wilhelm K.Müller SVD, Rom

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