WORT ZUR MISSION

Missionarische Gedanken zur Sonntagsliturgie

EUNTES.NET bietet Laien, Ordensleuten und Priestern wöchentlich einige Gedanken zur Sonntags-liturgie mit missionarischem Inhalt. Sie sind als Anregung gedacht für die missionarische, persönliche und gemeinschaftliche Betrachtung des Wortes Gottes, das den missionarischen Auftrag der Kirche in der Welt erleuchtet und bestärkt.

 


Das „aufrichtige Herz“: Wiege des wahren Kultes

 

III Fastensonntag

Lesejahr B – 15.03.2009

 

Exodus 20 ,1-17

Psalm 18

1 Kor 1,22-25

Joh 2,13-25

 

Überlegungen

Das Laienbewußtsein und der Laienstand finden ihre Legitimität und ihre grundlegenden Inhalte in der ersten Lesung von heute. Die Zehn Gebote haben ihre Wurzeln in der menschlichen Natur selber, noch ehe Gott sie verkündet hat.  Sie sind nicht das Erzeugnis der Kirche, sondern das Ergebnis einer rein menschlichen Überlegung. Und darum sind sie glücklicher Weise für jede Person und jede Institution bindend. Man muß sagen ‚glücklicher Weise’, weil sie die Grundlage der allgemeinen menschlichen Ethik bilden. Ein Erbe, in das sich alle Nationen teilen! Eine allgemeine Plattform für die Begegnung aller Völker! Kult und Ethik, religiöses Credo und moralisches Handeln sind zwei konstitutive Elemente des geistlichen Porträts eines jeden Menschen, die sich aus dem heutigen Wort Gottes ergeben.

 

Was den Kult betrifft, hat die Ankunft Jesu für das Alte Testament radikale Änderungen gebracht. Wer realistisch über die Handlung Jesu, der mit einer Geißel Händler und Geld-wechsler, Ochsen, Schafe und Tauben (Evangelium) aus dem Tempel hinaustreibt, nachdenkt, ist über seine Energie und seinen Mut überrascht, mit dem er einer Gruppe von Leuten entgegentritt, die mehr an Geld und Zinsen als an Kult und Religion gebunden sind. Ein Eingreifen Jesu, das eines der Motive der Anklage sein wird, die zu seinem Tod führen wird.

 

Die Bedeutung dieser so ganz ungewöhnlichen (fast ungehörigen) Handlung Jesu, „der gütig und von Herzen demütig ist“ (Mt 11,29), übersteigt die momentane Erregung über eine sicher ungebührende Situation, „die das Haus meines Vaters zu einer Markthalle“ (Vers 16) werden ließ. Jene Handlung ist ein Zeichen dafür, dass das Ende des Kultes angebrochen ist, der an Opfer von Tieren und Dingen, um Gott zu versöhnen, gebunden war. Jene Handlung und die Tatsache, dass „der Tempelvorhang von oben bis unten in zwei Teile zerriss“, sind Zeichen dafür, dass die jüdische Religion nun endgültig überholt ist. Von jetzt an ist der gekreuzigte und auferstandene Leib Christi der einzige Tempel Gottes – „er meinte den Tempel seines Leibes“ – (Vers 21).

 

Der Kontakt mit ihm – dem einzigen Erlöser! – geschieht nicht mehr innerhalb der Enge von Mauern, durch das Blut von Tieren, durch die mechanische und fast magische  Erfüllung von äußeren Riten, sondern im Innern eines jeden Menschen, „im Geist und in der Wahrheit“ (Joh 4,23). Für den Christen im besonderen vollzieht sich der Kontakt im Glauben und in den sakramentalen Zeichen. Der einzige Gott genehme Kult beginnt im reuevollen Herzen, wie im Falle des Zöllners (Lk 18,13-14), und in der Bereitschaft, „sich zuerst mit dem Bruder zu versöhnen und dann die Gabe darzubringen“ (Mt. 5,24). Mit Recht mahnt Paulus, „sich als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst“ (Röm 12,1-2). Diese Botschaft eröffnet für die Mission fruchtbare Perspektiven, für den interreligiösen Dialog und für die Inkulturation des Evangeliums unter den Völker, die es noch nicht kennen. Der Heilszugang zum Erlöser Jesus Christus ist nicht nur einigen vorbehalten, sondern ist für alle Völker offen: für jeden, der mit aufrichtigem Herzen Gott sucht. (*)

 

Außer dem Glauben und dem Kult können wir auch das Bemühen um ein moralisches Leben in der Perspektive der Weltmission lesen. Die Zehn Gebote (erste Lesung) haben ihre Grundlage im Naturgesetz, das der Offenbarung Gottes in der Bibel und in der Kirche vorausgeht. Diese Wahrheit hat eine außerordentliche Bedeutung  für den Dialog unter den Völkern und für die Arbeit der Missionare. Die Gebote sind geistiges und ethisches Erbgut der ganzen Menschheit, auch wenn die christliche Offenbarung dazukommt, um uns eine größere Sicherheit und Ganzheit im Verständnis des Naturgesetzes selber zu geben. Das lehrt uns der Katechismus der Katholischen Kirche. „Die zehn Gebote sind Teil der Offenbarung Gottes. Zugleich lehren sie uns die wahre Natur des Menschen. Sie heben seine wesentlichen Pflichten hervor und damit indirekt auch die Grundrechte, die der Natur der menschlichen Person innewohnen. Der Dekalog enthält einen hervorragenden Ausdruck des natürlichen Sittengesetzes: «Von Anfang an hatte Gott die natürlichen Gebote in die Herzen der Menschen gepflanzt. Er begnügte sich zunächst damit, an sie zu erinnern. Das war der Dekalog» (Irenäus, hær. 4,15,1). Obwohl die Gebote des Dekalogs schon der Vernunft einsichtig sind, wurden sie geoffenbart. Um zu einer vollständigen und sicheren Erkenntnis der Forderungen des natürlichen Gesetzes zu gelangen, bedurfte die sündige Menschheit dieser Offenbarung. «Im Zustand der Sünde war eine volle Erklärung der Gebote des Dekalogs nötig geworden, weil das Licht der Vernunft verdunkelt und der Wille vom Weg abgewichen war» (Bonaventura, sent. 4, 37, 1,3). Wir erkennen die Gebote Gottes durch die göttliche Offenbarung, die uns in der Kirche verkündet wird und durch die Stimme des Gewissens (KKK, Nr. 2070-2071).

 

Der Heilige Josef – sein Fest nähert sich – ist in ganz besonderer Weise in das Geheimnis von Jesus, Maria und der Kirche, deren Patron er ist, eingetreten. Er ist erhabenes Vorbild der Suche, des Hörens auf und der Treue zu Gott, dem er den  Kult seines aufrichtigen Herzens in der Beispielhaftigkeit des Lebens dargebracht hat.

 

Wort des Papstes

(*)  „Nicht die Macht, sondern die Liebe erlöst. Gott, Lamm geworden, sagt uns, dass die Welt durch das Kreuz und nicht durch die Henker erlöst wird. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst, durch die Ungeduld der Menschen zerstört“.

Benedikt XVI.
Predigt bei der Eröffnung seines Pontifikates, 24. April 2005

 

Auf den Spuren der Missionare

- 15/03:  Hl. Louise de Marillac (1591-1660), Witwe, zusammen mit dem Hl. Vinzenz von Paul Gründerin der Töchter der Nächstenliebe.

- 15/03:  Sel. Artemide Zatti (1880-1951), Salesianer, Missionar und Arzt in Patagonien (Argentinien).

- 15/03:  Geburtstag des Hl. Daniel Comboni (1831-1881), geboren in Limone sul Garda (Brescia) und gestorbnen in Khartoum (Sudan); war der erste Apostolische Vikar in Zentralafrika.

- 17/03:  Hl. Patrick (385-461), geboren in England, wurde der große Missionar und Glaubensverkünder von Irland; Bischof von Armagh und Patron von Irland. 

- 18/03:  Hl. Cyrillus (+386), Bischof von Jerusalem, bekannt durch seine Katechesen; wurde oft von den Arianern verfolgt.

- 19/03.: Hl. Josef, ein „gerechter“ Mann (Mt 1,19), Bräutigam der Gottesmutter, Nährvater Jesu Christi, Patron der Kirche.

- 20/03:  Sel. Francesco Palau y Quer (1811-1872), Priester der Unbeschuhten Karmeliter; Opfer verschiedener Verfolgungen, Gründer, eifrig in den Volksmissionen.

- 21/03.: Frühling: Welttag der Überwindung der Rassendiskriminierung.

 


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A cura di: P. Romeo Ballan – Missionari Comboniani (Verona)

Sito Web:   www.euntes.net    “Parola per la Missione”

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